Förderung von zeitgenössischer französischer Dramatik

Joël Pommerat « Cet Enfant» © Ramon Senera - Agence cit'enscène

Die Struktur der deutschen Theaterszene mit seinen großen Ensembles und festen Repertoires machen eine zielgerichtete und auf Dauer angelegte Arbeitsweise erforderlich. Nur so kann die Präsenz der zeitgenössischen frankophonen Autoren in Deutschland nachhaltig gestärkt werden, und das sowohl auf den großen Bühnen, als auch im Rundfunk (Hörspiele) und in Verlagshäusern und Agenturen. Die Anstrengungen zahlen sich aus: Die französische Autorenverwertungsgesellschaft SACD kann sich mittlerweile hoher Einnahmen aus Deutschland erfreuen. Unter den nicht französischsprachigen Ländern steht Deutschland an zweiter Stelle in Bezug auf die erwirtschafteten Gelder für Urheberrechte (sowie an dritter Stelle, bezieht man die französischsprachigen Länder mit ein).

Ziel der Arbeit des Bureau du Théâtre et de la Danse ist es, dem deutschsprachigen Publikum den Zugang zu zeitgenössischer frankophoner Dramatik zu ermöglichen. Es setzt sich daher dafür ein, dass die französischsprachigen Texte übersetzt, verlegt und anschließend in Deutschland inszeniert werden können. Hierfür arbeitet das Bureau eng mit der SACD, Beaumarchais Paris, dem Centre national du Théâtre sowie deutschen und französischen Verlagshäusern zusammen. Außerdem fungiert es als Ansprechpartner der deutschen Theater, die es in der Auswahl französischsprachiger Stücke berät.
In diesem Kontext engagiert sich das Bureau u.a. in den Bereichen Buch- und Hörspielveröffentlichungen sowie Übersetzungsförderung:

Die Veröffentlichung der Reihen SCÈNE und DRAMATIQUE/QUE ermöglicht den deutschen Theaterschaffenden regelmäßige Einblicke in die Entwicklung der zeitgenössischen Dramatik Frankreichs und gibt Anregungen für zukünftige Verlags-, Hörspiel- und Inszenierungsprojekte.

Buchreihe SCÈNE

Die 1999 initiierte Reihe SCÈNE. Neue französische Theaterstücke erscheint seit 2006 beim Verlag Theater der Zeit und veröffentlicht jährlich fünf ins Deutsche übersetzte Theaterstücke französischsprachiger Autoren. Der Sammelband wird an eine Großzahl von Intendanten, Kuratoren, Regisseuren und Dramaturgen, sowohl in Frankreich als auch in Deutschland, verschickt.
Somit hat SCÈNE mittlerweile einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt. Dank dieser Publikation kam es in der Vergangenheit regelmäßig zu Inszenierungen und Lesungen von französischen Stücken an deutschen Spielstätten. Das Bureau du Théâtre et de la Danse und das neue Herausgeber-Duo, das sich aus der französischen Regisseurin Leyla-Claire Rabih und dem deutschen Journalisten und Übersetzer Frank Weigand zusammensetzt, haben beschlossen, sich fortan noch stärker auf in Deutschland weitgehend unbekannte Autoren zu konzentrieren. SCÈNE wird den deutschen Verlagen und Theaterschaffenden somit weiterhin die Möglichkeit zu aufregenden Neuentdeckungen bieten.

Reihe SCÈNE

- Deutschland ist das zweite nicht-französischsprachige Land, das am meisten Urheberrechte nach Frankreich zieht.
- Seit 1999 wurden 59 französischsprachige Autoren in der Reihe Scène veröffentlicht: mehr als 250 Stücke dieser Autoren wurden im deutschsprachigen Raum inszeniert.

Den Katalog der Reihe Scène können Sie hier herunterladen:

Hörspielreihe DRAMATIK/QUE

Die Hörspielreihe Dramatik/quewird gemeinsam vom Bureau du Théâtre et de la Danse und dem Saarländischen Rundfunk herausgegeben. Seit 2004 werden jährlich zwei Stücke französischer Autoren ins Deutsche übersetzt, als Hörspiel produziert und anschließend als Audio-CD an Intendanten, Regisseure und Dramaturgen verschickt. Bei Interesse an den Hörspielen wenden Sie sich bitte an: btd institutfrancais.de.

Den Katalog der Reihe Dramatik/que können Sie hier herunterladen:

LISTE_Dramatik.pdf

PDF - 32.9 kB

Theater-Transfer (TT) Transfert Théâtral

Deutsch-französische Übersetzerstipendien für die Übersetzung zeitgenössischer Theaterstücke

Seit 1999 vergeben das Bureau du Théâtre et de la Danse / Institut français Deutschland, das Goethe-Institut, Beaumarchais Paris und die DVA-Stiftung Stuttgart jährlich Stipendien für die Übersetzung von zeitgenössischen Theaterstücken aus Deutschland und Frankreich. Ziel ist es, daran anknüpfende Inszenierungsprojekte aus dem jeweiligen Nachbarland zu ermöglichen und somit den „Theater-Transfer" zwischen Deutschland und Frankreich zu fördern. Theater Transfer ist in seiner deutsch-französischen Zielsetzung weltweit einzigartig.

Seit 1999 wurden 55 Übersetzungen von zeitgenössischen Texten französischer und deutscher Autoren mit Hilfe eines Theater Transfer-Stipendiums angefertigt. Diese Übersetzungen ermöglichten mehr als hundert Inszenierungen und Lesungen in Deutschland und Frankreich.

Seit 2011 ist das Maison Antoine Vitez, Centre international de la traduction théâtrale, Partner des Programms.

Die Broschüre des Programms Theater-Transfer (TT) Transfert Théâtral können Sie hier herunterladen:

Liste der Stipendiaten seit 1999:

Scène

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Übersetzungsförderung

Das Bureau du Théâtre et de la Danse wird regelmäßig mit der Übersetzung von zeitgenössischer französischsprachiger Dramatik betraut, sei es im Rahmen von Verlagsprogrammen, Inszenierungen, Übertitelungen oder (szenischen) Lesungen im Rahmen von französischen Kulturfestivals. Die Übersetzungsförderung des Bureaus ermöglicht den deutschen Verlagen, Theatern und Festivals somit die Präsentation eines französischen Programms und erweitert den Fundus der ins Deutsche übersetzten französischen Werke.

Seit 2011 arbeitet das Bureau insbesondere eng mit der Association Beaumarchais Paris zusammen, wodurch die Anzahl der geförderten Übersetzungen deutlich erhöht werden konnte.

Förderung von Festival und Themenschwerpunkte zu zeitgenössischer französischer Dramatik

Das Bureau ist an der Organisation verschiedener Festivals und Themenschwerpunkte zu zeitgenössischer französischer Dramatik beteiligt. Diese Veranstaltungen ermöglichen einem breiten Publikum den Zugang zu deutschsprachigen Inszenierungen und Lesungen französischer Stücke. Auch sind diese Festivals Anlass für berufliche Treffen zwischen Autoren, Übersetzern und Verlagen.

Die (szenischen) Lesungen sind oft ein erster Schritt auf dem Weg zu einer Inszenierung und/oder der Aufnahme eines Stücks in das feste Repertoire einer Spielstätte. So wurde beispielsweise der Text Hochmut, Verfolgung und Enthauptung von Marion Aubert im Jahr 2008 im Rahmen des Festivals Primeurs in Saarbrücken als szenische Lesung vorgestellt. Das Staatstheater Saarbrücken entschloss sich im Anschluss an diese Vorführung zu einer Inszenierung des Stücks und nahm es in sein festes Repertoire auf.

Hier ein Überblick der Festivals und Themenschwerpunkte zu zeitgenössischer französischer Dramatik in Deutschland:

- Festival Nouveaux Auteurs am Thalia Theater Halle (seit 2003),
- Festival Primeurs im Staatstheater Saarbrücken (seit 2007),
- Jurysitzung und Preisverleihung des Übersetzungsprogramms Theater Transfer (TT) Transfert Théâtral im Deutschen Theater Berlin (2010, 2011),
- Blickwechsel - Deutsch-französische Autorentage im Badischen Staatstheater Karlsruhe (von 2005 bis 2009).

Verleih einer Übertitelungsanlage

Um die deutsch-französische Zusammenarbeit im Bereich des Theaters zu erleichtern, hilft das Bureau du Théâtre et de la Danse auch bei der Übertitelung durch den Verleih einer Übertitelungsanlage an Theater und Festivals in Frankreich und Deutschland.

Bei Interesse kontaktieren Sie bitte das Bureau:
T. : +49 (0)30 885 902 52
E-mail: btd institutfrancais.de