CMB, IFHA:

: Diese zwei Abkürzungen stehen für zwei französische Forschungszentren, die unter anderem vom französischen Außenministerium finanziert werden. Beide richten sich an deutsche und französische Forscher der Geistes- und Sozialwissenschaften. Sie bilden damit ein Forum zwischen französischen und deutschen Forschungs- und Wissenschaftsgemeinschaften, und gewährleisten dadurch einen qualitativ hochwertigen Austausch sowie eine exzellente Doktorandenausbildung in diesen spezifischen Bereichen. Zusammen mit deutschen Universitäts- und Forschungsexzellenzeinrichtungen tragen sie zur Bereicherung der öffentlichen Debatten beider Länder bei.

Das Centre Marc Bloch Das deutsch-französische Forschungszentrum für Sozialwissenschaften wurde 1992 von Professor Etienne François gegründet und befindet sich seit 2010 in der unmittelbaren Nähe der Humboldt Universität. Es wurde nach einem französischen Historiker benannt, der 1944 als Widerstandskämpfer getötet wurde. Das Zentrum ist dem französischen Außenministerium angegliedert, steht aber auch unter der Schirmherrschaft des französischen Forschungsministeriums und ist gleichzeitig eine eigenständige Forschungseinrichtung des Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS). Das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung trägt ebenfalls einen wichtigen Teil der Finanzierung des Centre Marc Bloch und der Kosten seiner Mietausgaben in Berlin Mitte bei. Ziel des Zentrums ist, die französische Forschung über das gestrige und heutige Deutschland und die europäische Zusammenarbeit zu fördern. Das Team des Centre Marc Bloch besteht aus 12 Forschern und nimmt ca. 20 junge französische Doktoranden auf. Seine Hauptaufgabe besteht in der Organisation wissenschaftlicher Veranstaltungen (Symposien, Konferenzen, Seminare), deren Ziel die bessere gegenseitige Kenntnis beider Länder ist.

Das IFHA, Institut Français d’Histoire en Allemagne Das IFHA, das sich seit dem 1. September 2009 in Frankfurt am Main befindet, entstand durch den Zusammenschluss des Institut Français mit der Mission Historique Française en Allemagne (MHFA, von 1977 bis 2009 mit Sitz in Göttingen). Das IFHA spielt, wie die 26 anderen französischen Forschungsinstitute in der Welt, eine zentrale Rolle als Mittler zwischen der französischen und der deutschen Wissenschaft im Bereich der Geschichtsforschung. In der Tradition des ehemaligen Institut Français trägt das neue Institut dazu bei, sowohl die Präsenz der französischen Kultur in Frankfurt am Main zu verstärken als auch die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland weiter zu entwickeln.

Über seine wissenschaftliche Aktivität hinaus umfasst der Tätigkeitenbereich des Instituts die Organisation von Konferenzen und Diskussionsrunden zwischen französischen und deutschen Intellektuellen sowie die Durchführung von kulturellen Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt. Des Weiteren lädt das Institut Forscher aus französischen Geschichtsforschungsinstituten ein und verwaltet einen Bibliothekenfonds (den "Fonds Robert Mandrou"). Diese innovative Einrichtung verfolgt ehrgeizige Ziele und ist somit einzigartig in seiner Art in Deutschland.

International arbeitet das IFHA mit 35 Forschungsinstituten aus Frankreich, Deutschland aber auch aus Italien, Spanien, Polen, Ungarn und den Beneluxländern zusammen, um die Kooperation sowie den gegenseitigen Dialog zwischen den heutigen und zukünftigen Forschern Europas durch Symposien und Studientage zu fördern.

Das IFHA ist eine Anlaufstelle für alle Franzosen, die über die Geschichte Deutschlands vom Mittelalter bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs forschen. Es leistet Unterstützung durch mehrere Stipendien (darunter zwei langfristige Doktorandenstellen, die direkt an das Institut angegliedert sind). Darüber hinaus veröffentlicht das IFHA jährlich ein „Bulletin“, das wegen seiner historiographischen Aufsatzsammlung sowie seiner zahlreichen Referenzen für französische Historiker die Tür nach Deutschland öffnet.