Verbreitung von französischen Produktionen in Deutschland
Die Arbeit des Bureau du Théâtre et de la Danse besteht hauptsächlich aus der finanziellen Unterstützung von Gastspielen französischer Kompanien in Deutschland. Diese Unterstützung ermöglicht es dem Bureau Jahr für Jahr seinem wichtigsten Ziel gerecht zu werden: die Förderung der Zirkulation von Künstlern und Produktionen sowie die Bekanntmachung der Dynamik und Vielfalt der künstlerischen Kreation Frankreichs. Durch seine Arbeit unterstützt das Bureau gleichsam die Sicherung von Arbeitsplätzen im Bereich der Bühnenkunst und verhilft der französischen Autorenverwertungsgesellschaft SACD zu zusätzlichen Einnahmen aus dem Ausland.
Zeitgenössisches Theater
Die Struktur der deutschen Theaterlandschaft unterscheidet sich grundlegend von jener Frankreichs: Während die deutschen Städte meist über Staats- oder Stadttheater verfügen, die ein festes Ensemble an Schauspielern beschäftigen und weitgehend autonom produzieren können, definiert sich die französische Theaterlandschaft weitgehend über unabhängige Kompanien. Anders als in Deutschland, wo sich die Theater als Repertoirebetriebe verstehen, weshalb Tourneen, Koproduktionen und Gastspiele eher die Ausnahme bilden, sind Gastspiele französischer und internationaler Kompanien in der französischen Theaterlandschaft, neben Produktionen und Koproduktionen, sehr häufig. Die Verbreitung französischer Produktionen in Deutschland konzentriert sich daher vor allem auf Festivals, internationale Programme und die wenigen Theater, die einen Gastspielbetrieb haben. Das Bureau steht entsprechend in engem Dialog mit den größten deutschen Festivals, um ihnen die Möglichkeit zu geben, neue französische Produktionen zu entdecken und einzuladen. Für die französischen Kompanien werden so langfristig neue Gastspielmöglichkeiten in Deutschland geschaffen.
Zeitgenössischer Tanz
Der zeitgenössische französische Tanz genießt in Deutschland hohe Anerkennung. Auf dem ganzen Bundesgebiet ist er daher sehr präsent, und das in seiner ganzen ästhetischen Vielfalt (nationale Choreographiezentren, Ballett, Nachwuchschoreographen, konzeptueller und experimenteller Tanz, Performance, HipHop usw.). Das Bureau ist Partner der wichtigsten Tanzzentren und -festivals in Deutschland: Tanz Im August
(Berlin), DANCE (München)
, Tanz Bremen
(Bremen), HAU/Hebbel am Ufer
(Berlin), Tanzhaus NRW
(Düsseldorf), Kampnagel
(Hamburg), fabrik Potsdam
, euro-scene
(Leipzig), Radialsystem
(Berlin), Tanzfabrik
(Berlin), Mousonturm
(Frankfurt a.M.), Sophiensaele
(Berlin), TANZTheater INTERNATIONAL
(Hannover), PACT Zollverein
(Essen)…
Nouveau Cirque, Straßen-, Figuren- und Objekttheater
Das Bureau initiiert und begleitet die Einladung französischer Kompanien zu den wichtigen Festivals und deutschen Einrichtungen: Theaterformen
(Hannover/Braunschweig), Tollwood
(München), FIDENA
(Bochum), Figurentheaterfestival
(Erlangen), Schaubude Puppentheater
(Berlin), Figurentheaterfestival Blickwechsel
(Magdeburg), Festival Perspectives
(Saarbrücken), Festival UNIDRAM
(Potsdam)…
Einladung deutscher Intendanten, Dramaturgen, Kuratoren und künstlerischer Leiter nach Frankreich
Mit dem Ziel, den künstlerischen Austausch zwischen Deutschland und Frankreich auch in Zukunft garantieren zu können, unterstützt das Bureau berufliche Reisen von deutschen Intendanten, Dramaturgen, Kuratoren und künstlerischen Leitern nach Frankreich. Vor Ort können sie neue französische Produktionen entdecken sowie in direkten Kontakt zu Künstlern treten. Das Bureau erhofft sich von diesen Treffen zukünftige Einladungen der Werke und Kompanien nach Deutschland. Durch dieses Austauschprogramm konnten bereits Reisen zum FOCUS DANSE der Biennale de Lyon 2010 sowie zum FOCUS THÉÂTRE / FR im Rahmen des internationalen Festivals VIA Maubeuge / Mons 2011 ermöglicht werden. In naher Zukunft stehen außerdem die Großereignisse „Montpellier Danse“ und das Festival in Avignon auf dem Programm, die zu den wichtigsten französischen Festivals in den Bereichen Theater und Tanz zählen.
Vivarium Studio / Philippe Quesne © Pierre Grosbois
Boris Charmatz « Enfant » © Christophe Raynaud de Lage
Un Loup pour l’homme « Face Nord » © Riccardo Musacchio & Flavio Ianiello

