Institut français Mainz
- 26.09.2012, 18:00 Uhr - 20:00 Uhr
49. deutscher Historikertag: Vortrag von Dr. Nicolas Offenstadt
Mittwoch, dem 26. September
um 18.00 Uhr
Institut français Mainz
Anlässlich des Deutschen Historikertages hält der Historiker Nicolas Offenstadt (Universität Paris I Panthéon-Sorbonne) einen Vortrag zur Vermehrung von Gedenkfeierlichkeiten und deren Auswirkungen für den Historiker, der am Beispiel des das 100. Jubiläum des 1. Weltkriegs.
Die Inszenierungen der Vergangenheit sind an der Kreuzung mehrerer Geschichtserzählungen anzusiedeln: derer des Staates und der öffentlichen Institutionen, der Berufshistoriker, der Erinnerungsträger und der Medien. Hier nehmen Historiker gleichzeitig die Schlüsselrolle, aber auch die eines angefochtenen, manchmal marginalisierten Akteurs ein. So sind sie gleichsam Mittel zur Legitimation entsprechender Organisatoren, staatliche Experten sowie kritische Strömungen, oder aber Zielscheibe unbefriedigter Erinnerungsträger. In diesem Kontext scheint nichts gefestigt. So erfährt der Diskussionsgegenstand einen intensiven Wandel, wie es in der Konzeption historischer Museen festzustellen ist. Im Zuge der Inszenierung in den Jahren 2000 der letzten Soldaten des Ersten Weltkriegs und anlässlich der Öffnung zur Reflexion zum 100. Jubiläum dieses Kriegs versucht N. Offenstadt sich daran zu vermitteln, wie unterschiedliche Diskurse in der Öffentlichkeit der Gedenkfeierlichkeiten konkurrieren.
Nicolas Offenstadt ist Dozent an der Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne. Seine Schwerpunkte sind Kriegs- und Friedenspraktiken vom Mittelalter bis hin zur zeitgenössischen Geschichte. Er ist Mitglied einer Forschungsgruppe zum ersten Weltkrieg, sowie Mitglied des CVUH (Komitee zur Wachsamkeit in Bezug auf Nutzung von Geschichte in der Öffentlichkeit).
Eine Veranstaltung im Rahmen des Deutschen Historkertages
und anlässlich des 50. Jubiläums des Elysée-Vertrages.


