- Von 10.11.2011 bis 5.02.2012
Spezielles Ereignis am 27. Januar 2012:
LA VIE PARISIENNE – Paris zur Zeit der Belle Époque
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In Zusammenarbeit mit dem Musée des Arts décoratifs von Paris widmet die Villa Stuck Jules Chéret (Paris, 1836 – Nizza, 1932) eine umfangreiche Ausstellung. Seine Plakate sind Teil des kollektiven Unterbewusstseins der Franzosen, so oft wurden sie reproduziert. Aber dieses Gedächtnis ist sehr selektiv und konzentriert sich nur auf einen begrenzten Teil des Gesamtwerks.
Dank ihrer systematischen Annäherung erlaubt diese große Ausstellung zwischen Paris und München die Entdeckung eines bedeutenden Werks an der Grenze zwischen Kunstgewerbe und Bildender Kunst.
Jules Chéret absolvierte eine Ausbildung als Lithograph und später als Zeichner an der École nationale de Lecoq de Boisbaudran (Kunstgewerbe). Seine Laufbahn begann mit Plakaten, mit denen er sich ab Ende 1850 einen Namen machte. 1866 eröffnete er sein Atelier für Farblithographie. Bereits zu seinen Lebzeiten zogen seine Plakate das Interesse von Sammlern auf sich. Auf der Weltausstellung Paris 1889 wurde er mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. 1890 widmete er sich der Malerei und erhielt ab 1895 wichtige Aufträge für Dekors privater und öffentlicher Gebäude, wie das Rathaus von Paris (Empfangssalon, von 1898-1902) oder die Präfektur von Nizza (1906).
Geprägt von einem fünfjährigen Aufenthalt in London ist Jules Chéret der erste große Wegbereiter des Werbeplakats in einer durch Urbanisierung und Handel gekennzeichneten und mit der industriellen Revolution verbundenen Epoche. Durch seine kommerzielle Dimension (erkennbar an der Euphorie der Figuren und der Verwendung des Grotesken) kann man sein Werk als populäre Verherrlichung der Moderne, die das 19. Jahrhundert und den Beginn des 20. Jahrhunderts charakterisiert, deuten (siehe beispielsweise seine Werbung für die Yost-Schreibmaschine). Seine Plakate bewahren allerdings eine leise Erinnerung an die Gemälde der „Fêtes galantes“ des 18. Jahrhunderts (Boucher, Watteau) oder illustrieren gelegentlich geheimnisvollere Gestalten oder Welten, hervorgegangen aus den Märchen und der romantischen Tradition: Meerjungfrauen, Gestiefelter Kater, Faust, Die Geheimnisse von Paris von Eugène Sue, Romane von Alexandre Dumas … Als Kunst des Übergangs, spiegelt das Werk von Chéret die Epoche, in der es Gestalt annimmt, wider.
10. November 2011 bis 5. Februar 2012
Museum Villa Stuck
Prinzregentenstraße 60
Dienstag bis Sonntag, 11-18 Uhr
Tel.: 089 45 55 51 0
villastuck muenchen.de
www.villastuck.de![]()
Jules Chéret, Recoloration des cheveux par l’Eau des Sirènes, 1888
© Les Arts décoratifs/ BNF, Paris 2010
Führungen in französischer Sprache für Schulklassen
Fraenzchen.Villastuck muenchen.de
Tel.: 089/ 45 55 51 49


