- 20.06.2012, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr
Regisseur und Drehbuchautor: Youssef Chahine
Mit u.a. Nour El Cherif, Laila Eloui, Mahmoud Hémeida, Safia El Emary, Mohamed Mounir
Frankreich/Ägypten, 1997, 135 Min., OVmfU
„In Le Destin habe ich irgendwo im Andalusien des 12. Jahrhunderts, dem Jahrhundert von Saladin, mein Alexandrien wiedergefunden. Ich habe gezeigt, dass alle in Harmonie lebten und dass es möglich war. All das wurde zunichte gemacht.“ Auszug aus den Cahiers du Cinéma (n° 563, Dezember 2001)
Über den Gelehrten Averroès und sein Leben erinnert Youssef Chahine an das Andalusien des 12. Jahrhunderts, dem Ort der Auseinandersetzungen zwischen extremistischen Moslems und nach der Verbreitung des Wissens strebenden Gelehrten.
Der Philosoph Averroès, erster Berater des Kalifen Al-Mansur, ist für seine Weisheit, seine Toleranz und seine Gerechtigkeit bekannt. Aber, da dieser vom Wunsch beseelt ist, die Fundamentalisten zu beschwichtigen und für sich einzunehmen, ordnet er die Verbrennung des gesamten Werkes des Philosophen an. Die Schüler von Averroès und die ihm Nahestehenden entscheiden sich also, Kopien anzufertigen und diese über die Grenzen zu schaffen. Weil er sich mit den Themen Toleranz und Fundamentalismus befasst, ist dieser Film von einer erstaunlichen Aktualität. Anlässlich seiner Vorführung in Cannes wurde Youssef Chahine 1997 für sein Gesamtschaffen ausgezeichnet. (Nach Wikipedia)
Youssef Chahine (1926-2008) ist der erfolgreichste Filmemacher Ägyptens, um nicht zu sagen der arabischen Welt. Er ist in Alexandria geboren, einer weltoffenen Hafenstadt, Stadt der Kultur und Toleranz, die er in seiner Trilogie Alexandrie pourquoi? (1978) verherrlicht, für die er den Silbernen Bären und den Grand prix der Jury auf der Berlinale erhielt. Er begeisterte sich sehr schnell für das Kino und studierte 1947 und 1948 in den Vereinigten Staaten. Bereits mit seinem zweiten Film Le Fils du Nil (1951) wurde er zum Festival in Cannes eingeladen. Die Stärke seines Zeugnisses, das neue auf die ägyptische Gesellschaft unter Präsident Nasser geworfene Licht und seine Auseinandersetzung mit Tabus machen Gare Centrale (1958) zum ersten Meisterwerk seiner Karriere. Seit diesem Zeitpunkt wurde seine internationale Anerkennung nie dementiert.
1964 kostete ihn sein engagiertes Kino 18 Monate Exil, 1984 dann einen Gefängnisaufenthalt und regelmäßig zahlreiche Konflikte mit der ägyptischen Zensur.
Insgesamt hat er an die dreißig Filme und einige Dokumentationen gedreht. Seine letzten Werke sind Koproduktionen mit Frankreich. Sein letzter Film Le Chaos (2004) wurde ausgiebig von der Kritik begrüßt.
(Nach www.cinecludecaen.com
)
Mittwoch, 20. Juni, 19 Uhr
Institut français, Salon bleu
Kaulbachstraße 13
Eintritt frei
Begrenzte Platzanzahl
Anmeldung:
christine.zurmeyer institutfrancais.de
Tel: 089 28 66 28 36



