Das Institut français Stuttgart wurde am 20. April 1951 in der Villa Loos in der Diemershaldenstraße 11 eröffnet, wo es seine Aktivitäten bis August 2012 vorantrieb. Mit diesem Datum eröffnet sich eine Zeit des vorübergehenden Umzugs hinsichtlich des definitiven Bezugs eines vollständig renovierten Gebäudes im Stuttgarter Stadtzentrum (Schloßstraße 51).
Mit durchschnittlich 60 Veranstaltungen
pro Jahr in den eigenen Räumlichkeiten oder in Zusammenarbeit mit den Hauptakteuren und –institutionen aus Stadt und Region verschreibt sich das Institut dem Vorhaben, die zeitgenössische französische Kultur zu fördern und zu verbreiten sowie die deutsch-französischen Austausche in verschiedenen Bereichen zu unterstützen. Mit seinem Programm werden jährlich über 15000 Personen erreicht.
Seit seiner Gründung hat das Institut die großen Namen der französischen Kultur empfangen. Der Einladung des Instituts sind große Schriftsteller wie Alain Robbe-Grillet oder Michel Houllebecq, Musiker wie Francis Poulenc im Jahr 1953 sowie Intellektuelle wie Elisabeth Badinter oder, erst kürzlich, Régis Debray gefolgt.
Seit Ende der 1980er-Jahre liegt im Rahmen des Programms ein besonderes Augenmerk auf den Bildenden Künsten und dem wissenschaftlichen Dialog. Die Ausstellungsreihe Retour de Paris bietet den Stipendiaten des Landes Baden-Württemberg seit 1986 die Möglichkeit, ihre während ihres Aufenthaltes an der Cité Internationale des Arts Paris.realisierten Arbeiten zu präsentieren. Das Institut organisiert regelmäßig mit dem IZKT der Universität Stuttgart, dem DFI Ludwigsburg sowie dem Literaturhaus Begegnungen und Ideendebatten zu politischen, sozialen, wirtschaftlichen und literarischen Fragen.
Den Höhepunkt des Programms bilden jeden Herbst die Französischen Wochen
, deren Koordinierung seit 2010 durch das Institut français Stuttgart sichergestellt wird. 70 bis 100 Veranstaltungen, organisiert in Zusammenarbeit mit über 50 Institutionen, Vereinen und Künstlern, eröffnen dem deutsch-französischen Dialog eine bedeutende Sichtbarkeit im Großraum Stuttgart und Tübingen.
Die Mediathek
des Instituts stellt der Öffentlichkeit mehr als 4 000 Medien zur Verfügung, zusammengestellt aus Werken der zeitgenössischen und Kinderliteratur, aktuellen Comics, Zeitschriften und Filmen auf DVD, sowie einer spezialisierten Bibliothek für Französischlernende (Niveau A1 und B1).
Die Mediathek ist ebenso ein Ort des Austauschs und der Information: über alle Generationen hinweg können Familien und Schüler dort regelmäßig Schriftsteller treffen, Erzählungen hören oder sich über Frankreich und das Studium an französischen Universitäten informieren (Pôle Campus France).
Als offizielles Sprachlernzentrum des französischen Staates bietet das Institut français verschiedene Sprachtrainingsvarianten
an, die sowohl für Privatpersonen als auch für Firmen und Behörden geeignet sind.
Neben den klassischen Weiterbildungsmaßnahmen im Alltags-Französisch haben wir bewährte Kompetenzen zur Mitarbeiterausbildung in den Bereichen Business- oder Fachfranzösisch entwickelt. Die Kurse werden gezielt auf die Bedürfnisse der Kursteilnehmer angepasst und gestaltet.
Wir bieten unseren Geschäftspartnern Qualität im Kursmanagement und sind immer imstande über unseren Leistungsumfang zu berichten. Unser Institut verfügt über ein Team von 20 freiberuflichen Trainern, die bundesweit laufend weitergebildet werden, um sich in verschiedenen Sprachseminaren über die aktuellsten Lehrmaterialien zu informieren und sich die effizientesten Lehrmethoden anzueignen.
Das Institut bietet auch Deutsch-Kurse, die sich zielgerichtet an frankophone Interessenten richten. Dabei wird die schnelle und effiziente Kommunikation in einem deutschsprachigen Umfeld in den geläufigsten Situationen des Berufs- und Alltagslebens ermöglicht.
Das Institut ist Prüfungszentrum für die international anerkannten DELF- und DALF- Diplome im Regierungsbezirk Stuttgart sowie der Diplome der Industrie- und Handelskammer Paris (CCIP).
Innerhalb des Teams des Instituts organisiert der Sprachattaché für Französisch in Zusammenarbeit mit den Bildungsministerien Baden-Württembergs und des Saarlandes, der Vereinigung der Französischlehrer (VdF) sowie den Kulturzentren und –instituten in Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Tübingen und Saarbrücken vielfältige Förderungsmaßnahmen für die französische Sprache in den Schulen Baden-Württembergs und des Saarlandes. Im Jahr 2011 haben 4500 Schüler in Baden-Württemberg ein Diplom des DELF für Schüler erhalten.
Das Programm des Kinofestivals Cinéfête
lockt seit zwölf Jahren durchschnittlich 9000 Schüler in zehn Kinos der Region. 18 Schulen haben 2011 am Prix des lycéens allemands
teilgenommen, in dessen Rahmen jedes Jahr auf der Büchermesse in Leipzig eine aus deutschen Gymnasiasten bestehende Jury einen frankophonen Roman prämiert. Die drei Lektorinnen von France Mobil
treffen jährlich über 14000 Schüler in deren Schulen in Baden-Württemberg und im Saarland.
Gemeinsam mit der Kursleitung entwickelt der Sprachattaché ein den Bedürfnissen der Französischlehrern der Region angepasstes Ausbildungsangebot.
Das Institut wurde 1951 dank der entschlossenen Initiative von André François-Poncet, dem ersten französischen Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland, und auf Veranlassung von René Cheval, Institutsleiter der ersten Stunde, gegründet. Es ist ein Symbol der deutsch-französischen Aussöhnung, die in der Nachkriegszeit begann und 1963 mit der Unterzeichnung des Elysée-Vertrages ihren Höhepunkt fand.
Seine Arbeit führt das Institut français Stuttgart seitdem innerhalb des Netzwerks „Institut français d’Allemagne
“ fort, das insgesamt elf Instituts français in Deutschland unter der Leitung des „Conseiller culturel“ sowie der Kulturabteilung der Französischen Botschaft zusammenfasst.
Seit 2006 hat der Generalkonsul Frankreichs in Baden-Württemberg ebenfalls die Funktion der Institutsleitung in Stuttgart inne. In seiner Arbeit wird er von einem Team aus acht Personen unterstützt, die für die unterschiedlichen Bereiche verantwortlich sind.
Der Erwerb der Räumlichkeiten des Instituts ging mit der Gründung der "Stiftung Institut français de Stuttgart" einher, die Eigentümerin des neuen Gebäudes wurde. Die Aufgabe dieser Stiftung ist es, zur friedlichen Entwicklung der deutsch-französischen Beziehungen beizutragen und über die Förderung des Austausches zwischen deutschen und französischen Universitäten, Wissenschaftlern, Schriftstellern und Künstlern die Verbreitung der französischen Sprache und Kultur in Deutschland zu unterstützen. Die Stiftung ist bei der täglichen Arbeit des Instituts behilflich. Sie dient besonders als Instrument für den Dialog mit den lokalen Behörden.
Das Institut français de Stuttgart wird ebenfalls von den rund 150 Mitgliedern des "Verein der Freunde des Instituts"
unterstützt. Seit seiner Gründung 1998 haben Manfred Rommel, der ehemalige Bürgermeister von Stuttgart, und Michael Klett, Mitglied des Vorstandskomitees des Klett-Verlages, den Vorstand inne.


