Am 4. November 1946 wurde in Tübingen ein Jahr nach der Wiedereröffnung der Universität ein Zentrum für französische Studien von der Militärregierung der französischen Garnison gegründet. 1954 zog das Zentrum in das Prinzenpalais, das 1921 für den Neffen des Prinzen von Württemberg erbaut wurde. Diese herrliche Anlage im Stadtteil Österberg ist von einem weitläufigen Garten umgeben und liegt vor den Toren der Altstadt.

1976 wurde das Zentrum in Deutsch-Französisches Kulturinstitut von Tübingen umbenannt und stützt sich als binationale Struktur auf einen Verein der Freunde e.V. mit ca. 700 Mitgliedern. Das Zentrum ist fester Bestandteil des lokale Kulturlebens, arbeitet partnerschaftlich zusammen mit den wichtigsten Kulturträgern der Stadt und beteiligt sich das ganze Jahr über an den großen Kulturveranstaltungen (Jazz- und Klassiktage, Bücherfest …) und vor allem am Festival des frankophonen Films, an den Französischen Filmtagen, einem Großereignis in Tübingen. Es unterstützt zudem die Beziehungen zur Partnerstadt Aix-en-Provence.

Seine Aktivität richtet sich selbstverständlich auch auf die Universität: Konferenzen, Kolloquien, Seminare in den verschiedensten Bereichen (Romanistik, Germanistik, Geschichte, Kunstgeschichte, Philosophie, Politikwissenschaft, Medizin …) sind die Frucht dieser dynamischen Partnerschaft, die von Jahr zu Jahr intensiver wird.

Im Institut können die Zertifikate TCF (Test de Connaissance du Français) und DELF (Diplôme d’Etudes en Langue Française) abgelegt werden. Darüber hinaus gibt es eine Abteilung für Französischkurse mit einem Team von dreizehn Lehrkräften und einer umfangreichen Mediathek mit 20.000 Medienträgern. Letztere organisiert zahlreiche Aktivitäten wie einen Kinoklub, Begegnungen speziell für die jungen Besucher und deren Familien, Lesungen und Veranstaltungen für das schulische Publikum.

Die Zusammenarbeit auf dem Gebiet Bildung und Sprache ist schließlich eine der Prioritäten des Instituts, das eine privilegierte Verbindung mit den Verantwortlichen des Französischunterrichts und der regionalen Schuleinrichtungen unterhält und das die vom Sprachattaché des Landes Baden-Württemberg angeregten Initiativen verwirklicht.

Nicht zuletzt werden seit 2006 eine Konferenzreihe zu interkulturellen Fragen im deutsch-französischen Kontext sowie neu eingeführte Fachseminare zu diesem Thema angeboten.

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