Hervé Guibert Bild: Daniel Fliege

Die Gegenwärtigkeit von Hervé Guibert

17. Dezember 2021
18:00 - 20:00

Veranstaltungs-Infos

2021 jährt sich zum vierzigsten Mal die Entdeckung jener Krankheit, wegen der sich der französische Fotograf und Schriftsteller Hervé Guibert vor dreißig Jahren das Leben genommen hat und die er zum Gegenstand seiner bekanntesten Werke gemacht hat: AIDS. Die AIDS-Pandemie und mit ihr das Werk von Guibert sind in Vergessenheit geraten, da der Ausbruch der Krankheit mittlerweile medikamentös verhindert werden kann, sodass AIDS zumindest in Europa und Nordamerika seine Dringlichkeit verloren hat.

2021 leben wir in Zeiten einer anderen Pandemie und, auch wenn sich Covid-19 und AIDS nur schwerlich miteinander vergleichen lassen, so können uns die Werke Guiberts dennoch etwas mitteilen, das noch immer hoch aktuell ist: Guibert beschreibt in seinen Werken Krankheit, Schmerz und Tod von Freunden und Geliebten, seine eigene Trauer und die Ungerechtigkeit des Leids; er schildert den eigenen Kampf gegen die Krankheit, die Unmenschlichkeiten von Gesundheitssystem und Pharmaindustrie, in der der Mensch kaum eine Rolle spielt, und beschreibt teils grausame und traumatische Erfahrungen; aber er schildert auch mit Humor und Witz die schönen Momente der Zwischenmenschlichkeit, der Liebe und Freundschaft und lässt darin trotz der Verzweiflung immer wieder einen Funken der Hoffnung aufscheinen. Der Stil seiner autobiographisch angelegten Texte ist dabei schneidend klar, er seziert seine eigenen Gefühle und die Reaktionen seiner Mitmenschen. 

Dieser Abend stellt das schriftstellerische Werk von Hervé Guibert in einer zweisprachigen Lesung in den Mittelpunkt. Eingeleitet von Daniel Fliege wird Jayrôme C. Robinet Auszüge aus À l’ami qui ne m’a pas sauvé la vie (1990) und Le protocole compassionnel (1991) lesen.

Eintritt frei | Anmeldung unter: anmeldung.berlin@institutfrancais.de

Für diese Veranstaltung gilt die 2-G Regel (geimpft oder genesen)

17. Dezember 2021
18:00 - 20:00

Kurfüstendamm 211
10719 Saal Boris Vian

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