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PROZESSE FILMEN: EIN SOZIALES THEMA

03. März 2022 - 20. April 2022

Veranstaltungs-Infos

Ein Einblick in die Entscheidungsfindung historischer Prozesse aus den nationalen französischen Archiven

Nur wenige von uns haben gesehen, wie ein Prozess abläuft. Meistens sind es Bilder aus literarischen Werken oder vor Ort skizzierte Zeichnungen, die in der kollektiven Vorstellung eine Darstellung der Entscheidungsfindung eingeprägt haben. Die Bilder ermöglichen es, die Anwesenheit von Akteuren mit starken Persönlichkeiten, Angeklagten und Zeugen, Richtern und Staatsanwälten, Verteidigern und Anwälten der Zivilparteien darzustellen. Im Verlauf der Anhörungen begleiten sie uns bei der Vertiefung des Verständnisses der Ereignisse, der Lebenswege, der Erkenntnisse und der plötzlichen Wendungen, die die Dramaturgie ausmachen.

Diese von den Archives nationales Frankreichs adaptierte Ausstellung, die bereits in zwei Teilen an den Standorten Pierrefitte-sur-Seine und Paris präsentiert wurde, gibt der Öffentlichkeit einen Einblick in sechs große Prozesse und beruht auf Filmmaterial im Umfang von 2600 Stunden von Aufnahmen.

Die Ausstellung präsentiert Filme basierend auf Ausschnitten von sechs Prozessen: Zwei im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg: Den Nürnberger Prozessen (1945-1946) und dem Eichmann-Prozess in Jerusalem (1961). Des Weiteren dem Prozess von Klaus Barbie (1987), mit den ersten Filmaufnahmen eines Prozesses in Frankreich. Es folgt der Prozess gegen Maurice Papon (1998); sowie der Prozess Pinochet (2010), gegen die chilenische Diktatur; und einer im Zusammenhang mit dem Völkermord an den Tutsi in Ruanda, mit der Anklage von Octavien Ngenzi und Tito Barahira (2016 und 2018).

Dank des gefilmten Archivs können die Besucher in einer Vorführungsreihe mit einer Dauer von 1 Stunde 45 Prozesse von hohem historischen Wert kennenlernen und werden gleichzeitig eingeladen, den Akt des Filmens als Bedingung für den Akt des Zuschauens zu reflektieren.

Eröffnung am Donnerstag, den 03. März 2022 um 19:00 in Anwesenheit von Martine Sin Blima-Barru.

Ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Heinrich Böll Stiftung und der Shakespeare Company.

 

Parallel zu der Ausstellung findet ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm statt:

04.02.2022: Online-Vortrag: Die politische Wirkung großer Prozesse am Beispiel Nürnberg und NSU (Teil 1)          
30.03.2022: Online Vortrag:
Die politische Wirkung großer Prozesse am Beispiel Nürnberg und NSU (Teil 2)      

20.04.2022:  Szenische Lesung aus der Reihe »Aus den Akten auf die Bühne« : „Erziehen – Erzwingen – Erniedrigen. Das Arbeitserziehungslager Bremen-Farge“ von der Shakespeare Company Bremen

 

Öffnungszeiten der Galerie:

Montag - Donnerstag: 14:00 - 18:00 Uhr

Freitag: 10:00 - 13:00 Uhr

03. März 2022 - 20. April 2022

Eintritt: frei

Institut français
Contrescarpe 19
28203 Bremen