Frankreich unterhält Kulturvertretungen in ganz Deutschland. Das Institut français Deutschland ist bundesweit mit 13 Standorten vertreten. Weitere 12 Städte beherbergen ein Deutsch-Französisches Kulturzentrum.
Ein Film von Mati Diop
Französische Originalfassung mit deutschen Untertiteln, Frankreich, Senegal, Benin, Somalia 2024, 68 min, FSK 12
R: Mati Diop, Buch: Mati Diop, Makenzy Orcel
Im 19. Jahrhundert spielte die Kultur des Dahomey-Reiches in Westafrika eine tragende Rolle. Diops Dokumentarfilm thematisiert die Rückführung, der in dem Musée du quai Branly eingelagerten Schätze des Königreiches, die während der Kolonialzeit geraubt wurden. Sie wurden vom französischen Staat im November 2021 nach Benin zurückgebracht. Der Film wirft koloniale Fragestellungen auf, die im Besonderen die Machtstrukturen und die kulturelle Identität thematisieren. Dabei wird auf historische Quellen, lokale Erzählungen und ethnographische Aspekte rekurriert, um koloniale Stereotypen zu hinterfragen. Die Provenienzforschung spielt hierbei eine zentrale Rolle, da sie hilft, koloniale Objekte, Bilder und Erinnerungen im Kontext ihrer Herkunft zu verstehen und ihre Bedeutung im kolonialen Erbe zu analysieren.
Im Anschluss an die Filmvorführung findet eine von Dr. Iris Metje moderierte Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Martin Doll, Mathilde Heitmann-Taillefer und Prof. Stefanie Michels-Schneider.
Moderation:
Dr. Iris Metje leitet die Stabsstelle Provenienzforschung im Dezernat für Kultur und Integration der Landeshauptstadt Düsseldorf. Sie ist zuständig für die Provenienzforschung in den städtischen Museen und sammelnden Kulturinstituten.
Nach dem Studium der Kunstgeschichte und Philosophie in Düsseldorf absolvierte sie ein wissenschaftliches Volontariat im Museum Schnütgen in Köln und promovierte zu einem Thema der Fotografiegeschichte der Weimarer Republik. Sie war langjährige wissenschaftliche Mitarbeiterin und Kustodin an Museen der Stadt Köln. Dort spezialisierte sie sich auf Provenienzforschung. Weitere Forschungsschwerpunkte, zu denen sie Ausstellungen kuratierte und publizierte, liegen in der Kunst des Mittelalters und der Fotografiegeschichte. Seit April 2025 ist sie Mitglied im Vorstand des Arbeitskreis Provenienzforschung e.V.
Rednerinnen und Redner:
Prof. Dr. Martin Doll: Professor für „Gesellschaftliche, ethische und soziale Aspekte von Digitalität“ am Fachbereich Sozial- & Kulturwissenschaften wie auch am Zentrum für Digitalisierung und Digitalität der Hochschule Düsseldorf seit Oktober 2024. Zuvor war er Juniorprofessor für Medien- und Kulturwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Im Jahr 2021 war er Senior Fellow in der International Fellow Group 5 zum Thema "The 4Rs in Africa: Reality or Transcultural Aphasia?" am Merian Institute for Advanced Studies in Africa (MIASA) an der University of Ghana. Während seines Stipendiums arbeitete er an einem interaktiven Filmprojekt, das die "Epistemologien von Restitution" (Epistemologies of Restitution) in Ghana untersuchte: https://thinking-about-restitution.info/
Mathilde Heitmann-Taillefer: Kuratorin für Forschung, wissenschaftliche Kooperationen und Provenienzforschung am Museum Folkwang in Essen. Dort führt sie u.a. die Provenienzforschung der Sammlung für die NS- und Kolonialzeit. Mathilde Heitmann-Taillefer studierte deutsch-französische Rechtswissenschaften an den Universitäten Potsdam und Paris Ouest Nanterre La Défense. Anschließend studierte sie Kunstgeschichte in Paris und Berlin. Parallel zu ihrer Arbeit am Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris arbeitete sie an der Publikation zu Görings Privatsammlung im Archiv des französischen Außenministeriums und in der Taskforce des „Projekt Provenienzforschung Gurlitt“, bevor sie 2018 als Provenienzforscherin an die Kunsthalle zu Kiel wechselte.
Prof. Dr. Stefanie Michels-Schneider: Leiterin der Abteilung für Globalgeschichte am Institut für Geschichtswissenschaften der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. 2019 war sie Gastprofessorin für Globalgeschichte mit dem Schwerpunkt Afrika an der Universität Hamburg. Zuvor hatte sie die Professur für „Europäische Expansion im 19. und 20. Jh.“ an der Universität Düsseldorf inne und war 2012 Gastprofessorin für Globalgeschichte an der Universität Wien.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Black Box im Filmmuseum und der Stabsstelle Provenienzforschung im Dezernat für Kultur und Integration der Landeshauptstadt Düsseldorf.
Eintritt: 7€ / erm. 5€ für Mitglieder des Förderkreises des Institut français de Düsseldorf und für Teilnehmer an Kursen des Institut français gegen Vorlage der Zahlungsquittung.
Anmeldung an der Museumskasse (geöffnet von 11 - 17 Uhr außer montags)
Tel. 0211/899 22 32
25. September 2025
20:00 - 21:00
Eintritt:
7 €
Ermäßigter Preis:
5 €
BLACK BOX – Filmmuseum
Schulstr.
4
40213
Düsseldorf
Deutschland