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FBM 2026 : „Penser en langues - In Sprachen denken“ mit Sula Textor und Patrick Farges
07. Oktober 2026
15:30 - 16:30
Veranstaltungs-Infos
Adèle Yons Debütroman „Mein wahrer Name ist Elisabeth“ (Mon vrai nom est Élisabeth) wurde in Frankreich zu einem großen Überraschungserfolg. Sula Textor hat das Erstlingswerk ins Deutsche übersetzt. Auf der Buchmesse diskutiert die Übersetzerin mit dem französischen Historiker Patrick Farges über Familiengeschichten, die nicht allein aus dem, was erinnert und weitererzählt wird, bestehen. Die Diskussion wird von Bettina Sund (École des hautes études en sciences sociales EHESS /Fondation Maison des Sciences de l’Homme, Paris) moderiert.
Ausgehend von Adèle Yons Mon vrai nom est Élisabeth (Éditions du sous-sol) und seiner deutschen Übersetzung „Mein wahrer Name ist Elisabeth“ (Berlin Verlag) durch Sula Textor fragt das Gespräch danach, wie insbesondere weibliche Lebensgeschichten zwischen familiärem Gedächtnis, institutioneller Überlieferung und literarischem Erzählen rekonstruiert werden können. Was lässt sich über ein Leben erzählen, wenn die eigene Stimme kaum überliefert ist? Welche Spuren bewahren psychiatrische, medizinische oder administrative Archive – und durch wessen Blick sind diese Quellen geprägt?
Wie können Erfahrungen sichtbar werden, die lange marginalisiert, pathologisiert oder zum Schweigen gebracht wurden? Zugleich richtet sich der Blick auf die unterschiedlichen Formen der Übertragung, die einer solchen Geschichte zugrunde liegen: von der
familiären Erinnerung und den Spuren im Archiv zur literarischen Erzählung, vom historischen Dokument zur gegenwärtigen Deutung und schließlich von einer Sprache und einem kulturellen Kontext in einen anderen.
„Übersetzen“ wird damit in einem erweiterten Sinne verstanden: als Bewegung zwischen Generationen und historischen Kontexten, zwischen Dokument und Erzählung, privater und öffentlicher Erinnerung – und zwischen dem Französischen und dem Deutschen.
Sula Textor, 1992 geboren, ist Literaturübersetzerin und lebt in Berlin, die seit 2020 Prosa, Essays, Lyrik, Theatertexte und Sachbücher aus dem Englischen und Französischen übersetzt. Sie hat Englische Philologie, Kunstgeschichte sowie Vergleichende Literatur- und Kunstwissenschaft in Heidelberg, Paris, Berlin und Potsdam studiert. Seit 2022 ist sie Mitglied im Berufsverband der Literaturübersetzer.innen.
Patrick Farges hat seine Ausbildung an der École Normale Supérieure absolviert und ist seit 2017 Professor für deutsche Geschichte und Geschlechtergeschichte an der Université Paris Cité. Seine Forschungsschwerpunkte sind Migrationsgeschichte, deutsch-jüdische Geschichte, Geschlechter-, Sexualität- sowie europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Die Moderation der Podiumsdiskussion übernimmt Bettina Sund im Rahmen des Programms Penser en langues – In Sprachen denken.
Für diese Veranstaltung ist ein Buchmesse-Ticket erforderlich:
https://www.buchmesse.de/besuchen/tickets
Veranstalter: IFRA-SHS / Institut français Frankfurt, Goldschmidt+ Programm für junge Literaturübersetzer.innen der Frankfurter Buchmesse und École des hautes études en sciences sociales EHESS /Fondation Maison des Sciences de l’Homme.
07. Oktober 2026
15:30 - 16:30
Eintritt:
Buchmesse Ticket erforderlich
Frankfurter Buchmesse
"Inspiration Stage", Halle 3.0 (Stand J34), Ludwig-Erhard-Anlage
1
60327
Frankfurt am Main