Frankreich unterhält Kulturvertretungen in ganz Deutschland. Das Institut français Deutschland ist bundesweit mit 13 Standorten vertreten. Weitere 12 Städte beherbergen ein Deutsch-Französisches Kulturzentrum.
Colombe Schneck ist in Frankreich ein Literaturstar, u.a. für ihre Paris-Trilogie, ein Frauenleben in drei Romanen. In ihrem neuesten Buch Lügen im Paradies ( Mensonges au paradis, Grasset, übersetzt von Claudia Steinitz von den Rowohlt Verlag) begibt sich die Schriftstellerin auf autobiografische Zeitreise. Jeden Sommer ihrer Kindheit verbrachte Colombe in den Schweizer Bergen. Mit ihrem autofiktionalen Roman gelingt der französischen Autorin Colombe Schneck eine berührende und beunruhigende Studie über fragile Familienbeziehungen und die verblendende Kraft der Erinnerung.
Als Kind verbrachte Colombe Schneck ihre Sommer stets in den Schweizer Alpen, bei einem Ehepaar, dass sich um sie und um weitere Kinder aus aller Welt kümmerte. Wie sie kamen viele aus gutem Hause, aber aus zerrütteten Familien. Colombe Schnecks Elternhaus war geprägt von den traumatischen Erfahrungen ihrer Eltern, die beide als jüdische Kinder verfolgt wurden und Teile ihrer Kindheit versteckt und auf der Flucht erlebten.
Das Schweizer Ehepaar kümmert sich liebevoll und zugleich streng um die Kinderschar. Die Erinnerung an die Sommer in der Schweiz sind für Colombe Schneck geprägt von Idylle und Unbeschwertheit, bis sie dreißig Jahre später Menschen aus dieser Zeit wiedertrifft. Sie reist in die Schweiz, trifft die Menschen von damals wieder und vor allem die beiden Kinder des Ehepaars, das sich um all die fremden Zöglinge so aufopferungsvoll kümmerte, die eigenen aber sträflich vernachlässigte. Colombe Schneck erfährt, wie unterschiedlich die Erinnerungen an diese Zeit sind und beginnt, ihre eigenen Erinnerungen zu hinterfragen.
In ihrem autofiktionalen Roman schreibt die französische Autorin berührend über Schmerz, Heilung und Familie. Dieses Buch ist Reise und Recherche, es erzählt, wie Erinnerungsblasen platzen und dennoch einen goldenen Glanz bewahren. Weil Lügen für das Glück eine größere Rolle spielen, als gemeinhin vermutet wird.
Moderation und Übersetzung aus dem Französischen: Gregor Praml.
Lesung der Buchpassagen auf Deutsch: Anna Staab
Karten für die Lesung mit Colombe Schneck gibt es unter folgendem Link: https://romanfabrik.reservix.de/p/reservix/event/2583848
In Kooperation mit dem Französischen und mit dem Schweizerischen Generalkonsulat Frankfurt.
Colombe Schneck, geboren 1966 in Paris, hat an einer der renommiertesten Hochschulen in Paris Politik studiert und arbeitet als Journalistin. Schriftstellerin wurde sie eher durch Zufall, nachdem sie entdeckte hatte, dass ihr Großvater von seinem Liebhaber ermordet worden war, der ihn in Stücke zersägt in einem Koffer durch Frankreich bugsierte. L’Increvable Monsieur Schneck erschien 2006. Seitdem ist Colombe Schneck besessen von der Wahrheit und hat viel über die Geheimnisse ihre jüdisch-großbürgerliche Familiengeschichte geschrieben, ihre Bücher wurden in Frankreich mehrfach ausgezeichnet. In La Réparation, erschienen 2012, („Die Erschütterung“, 2015) beschäftigte sich Colombe Schneck mit ihren Familienmitgliedern, die im Ghetto Kovno (Litauen) inhaftiert und in Auschwitz ermordet wurden. La Réparation wurde mit dem Prix Thyde Monnier der Société des gens de lettres ausgezeichnet.
01. Oktober 2026
19:30 - 20:45
Eintritt ab:
6 €
Romanfabrik
Hanauer Landstraße
186
60314
Frankfurt am Main
Deutschland