Marc Bloch und Deutschland, Vortrag von Pierre Monnet in Frankfurt

„Marc Bloch (1896-1944) und Deutschland“: Vortrag von Pierre Monnet auf Französisch

25. Juni 2026
19:00 - 20:30

Veranstaltungs-Infos

Anlässlich der Aufnahme Marc Blochs in das Panthéon, hält der Historiker und ehemalige Leiter unseres Instituts Pierre Monnet einen Vortrag über den französischen Historiker und Widerstandskämpfer und dessen Verbindung zu Deutschland. Die Veranstaltung mit anschließendem Empfang ist eine Kooperation mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft Frankfurt.

Aus einer elsässisch-jüdischen Familie stammend, war Marc Bloch von 1919 bis 1936 als Professor für mittelalterliche Geschichte an der Université de Strasbourg und anschließend an der Sorbonne tätig. Er erneuerte die historische Forschung grundlegend, indem er sie auf Soziologie, Geografie, Psychologie und Ökonomie ausweitete, wie die Gründung der Zeitschrift Les Annales im Jahr 1929 zeigt. Als Hauptmann und Träger des Croix de guerre im Ersten Weltkrieg meldete er sich 1939 erneut freiwillig zum Militärdienst und schloss sich um 1942/1943 der Résistance an. Der Autor von L’Étrange Défaite (Deutsch: Die seltsame Niederlage), geschrieben 1940 und nach dem Krieg veröffentlicht, wurde am 8. März 1944 verhaftet, im Gefängnis Montluc in Lyon inhaftiert und gefoltert und schließlich am 16. Juni gemeinsam mit 29 Kameraden erschossen.

Als hervorragender Kenner der deutschen Geschichte, der selbst zwei Semester an deutschen Universitäten verbracht hatte und ein bedeutender Vermittler der deutschen Geschichtsschreibung in Frankreich war, unterhielt Marc Bloch über die Jahre hinweg ein komplexes Verhältnis zu Deutschland und seinen Historikern – bis zu seinem tragischen Ende im Jahr 1944.

Ihm zu Ehren wurde 1992 das Centre Marc Bloch in Berlin gegründet, ein deutsch-französisches Forschungszentrum mit mehr als 100 Mitarbeitenden.

Am 23. Juni 2026 wird der Historiker Marc Bloch ins Panthéon, die Grabstätte berühmter Persönlichkeiten der französischen Geschichte, aufgenommen. Die Gelegenheit, dem herausragenden Historiker mit einem außergewöhnlichen Schicksal eine Veranstaltung zu widmen. Seine Aufnahme ins Panthéon war von Emmanuel Macron in November 2024 in Strasburg angekündigt worden, um seine „Kühnheit der Worte und Ideen, die sich mit physischem Mut verband“, sowie seinen „französischen Willen bis zu seinem letzten Atemzug, bis zur Ermordung durch die Gestapo“ zu würdigen. 

Der Vortrag findet auf Französisch statt. Der Grußwort hält Sita Steckel, Professorin für Geschichte des Mittelalters an der Goethe-Universität, auf Deutsch.

Die Veranstaltung mit anschließendem Empfang ist eine Kooperation mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft Frankfurt.

Pierre Monnet, geboren 1963, ist Historiker und forscht insbesondere zur Geschichte urbaner Gesellschaften des Mittelalters, zu Erinnerung und sozialer Distinktion im Mittelalter und zur Globalgeschichte des Spätmittelalters. Von 1999 bis 2003 leitete er die Französische Historische Mission in Deutschland in Göttingen, von 2007 bis 2011 war er zuerst Vizepräsident und dann Präsident der Deutsch-Französischen Hochschule in Saarbrücken. Von 2011 bis 2022 war er Direktor des Institut français Frankfurt / IFRA-SHS. Seit 2022 leitet er die Doktorandenschule der EHESS.

25. Juni 2026
19:00 - 20:30

Eintritt: frei

Hörsaalzentrum 9, Campus Westend
Theodor-W.-Adorno-Platz 5
60323 Frankfurt am Main
Deutschland