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Ringvorlesung „Liberté, Égalité, Europa“: Prof. Dr. Miriam Teschl über Wohlbefinden und Gerechtigkeit im mehrsprachigen Europa
04. Februar 2026
18:15 - 19:45
Veranstaltungs-Infos
„Liberté, Égalité, Europa“ möchte, wie auch beiden früheren Ringvorlesungen „Faire Corps“ und „Se Souvenir“, auf die Fachrichtungen aufmerksam machen, die sich an der Goethe-Universität mit Frankreich befassen. Unter dem Titel „Wohlbefinden und Gerechtigkeit im mehrsprachigen Europa“ hält Prof. Dr. Miriam Teschl, Maîtresse de conférences an der französischen Hochschule EHESS und Ko-Direktorin unseres Instituts eine Vorlesung auf Deutsch.
Prof. Dr. Miriam Teschl ist Professorin für Wirtschaftsphilosophie und lehrt und forscht an der École des hautes études en sciences sociales (EHESS) in Marseille und Paris. Seit dem 1. September 2025 ist sie Ko-Direktorin des Instituts français / IFRA-SHS in Frankfurt. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit interdisziplinären Fragen rund um Wohlbefinden, soziale Gerechtigkeit und die Entscheidungsfindung bei konkurrierenden Interessen.
Was hat Wohlbefinden und Gerechtigkeit mit Mehrsprachigkeit zu tun? Gerade in den letzten Jahren sind vermehrt Forschungsprojekte entstanden, die zeigen, dass in einem multilingualen Kontext – etwa in Familien mit bi- oder multilingualem Hintergrund – die Beherrschung der vorrangigen Landessprache, aber auch der lokalen oder in der Familie gesprochenen „Fremdsprache“ nicht nur ein wesentlicher Faktor für größeres Wohlbefinden ist, sondern auch dem Gefühl von Gerechtigkeit Ausdruck verleiht.
Auch das Projekt „Europa“ baut auf Mehrsprachigkeit auf. Schon das Weißbuch zur allgemeinen und beruflichen Bildung – Lehren und Lernen der Europäischen Kommission von 1995 betont, dass es notwendig sein wird, „... daß jedem — unabhängig vom Bildungs- oder Ausbildungsweg — die Möglichkeit gegeben wird, die Fähigkeit zur Kommunikation in mindestens zwei Gemeinschaftssprachen neben seiner Muttersprache zu erwerben und zu erhalten“ (S. 72).
Obwohl dieses Ziel in den meisten Schulen der Europäischen Union mittlerweile faktisch umgesetzt wird – im Sinne eines erweiterten Fremdsprachenangebots –, haben diese Sprachen oft wenig mit der lokalen Mehrsprachigkeit gemein, die man insbesondere in den Ballungszentren und größeren Städten Europas antrifft.
Sollte man den lokalen Bedingungen der Mehrsprachigkeit größere Aufmerksamkeit widmen? Sollte sich das Sprachenangebot stärker daran orientieren, welche Sprachgruppen vor Ort vertreten sind?
Weitere Informationen zur Ringvorlesung finden Sie hier: Ringvorlesung „Liberté, Égalité, Europa“
Der Eintritt ist frei
04. Februar 2026
18:15 - 19:45
Eintritt:
frei
Goethe-Universität
Hörsaalzentrum 10, Theodor-W.-Adorno Platz
5
60323
Frankfurt am Main
Deutschland