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Hommage an Jean Eustache

09. Juli 2026 - 31. Juli 2026

Veranstaltungs-Infos

Das Kino Metropolis präsentiert eine Retrospektive der Filme von Jean Eustache.

Jean Eustache (1938–1981) gehört zu jenen französischen Filmschaffenden, die unmittelbar auf die erste Generation der „Nouvelle Vague“ folgten. Sein Gesamtwerk, das häufig autobiographisch geprägt ist und meist unter schwierigen Bedingungen entstand, umfasst zwar nur zwölf Filme, gehört aber zu den bedeutendsten des französischen Kinos. Eustache entstammte der Arbeiterklasse in der Provinz. Auch, weil er in seinen Filmen überwiegend Menschen vom Rande der Gesellschaft zeigt, blieb er selbst immer ein Außenseiter. Seine Figuren revoltieren nicht und Eustache sentimentalisiert sie nicht, sondern zeigt sie nüchtern und ohne moralische Attitüde; auch das macht seine Filme so unbequem. Doch kaum jemand sonst hat im Kino das Vergehen von Zeit und das Vergängliche daran spürbarer gemacht.

Le 09/07 à 18h et le 13/07 à 19h30 : 

Du côté de Robinson (Original mit Untertiteln)

FR 1964, Jean Eustache, 42 min.

Mit Aristide Demonico, Daniel Bart

Le Père Noël a les yeux bleus (Original mit Untertiteln)

Der Weihnachtsmann hat blaue Augen

FR 1966, Jean Eustache, 47 min.

Mit Jean-Pierre Léaud, Gérard Zimmerman, Henri Martinez

Eustaches erster Film Du côté de Robinson handelt von zwei jungen Männern, die an einem Sonntagnachmittag im Pariser Viertel Montmartre auf Frauensuche gehen. Sie sprechen eine junge Frau an und begeben sich schließlich mit ihr in ein Tanzlokal. Der Film konzentriert sich dabei auf Alltagsvorgänge, die normalerweise im Kino jener Zeit nicht gezeigt wurden. 

Le Père Noël a les yeux bleus spielt im winterlichen Narbonne: Um das Geld für einen Mantel zu beschaffen, verdingt sich ein junger Mann als Kaufhaus-Weihnachtsmann. Wiederum mischt Eustache Alltagsbeobachtungen und Fiktion, und zeichnet so das melancholische Portrait einer Provinzstadt. Die beiden mittellangen Filme wurden später unter dem Titel Les Mauvaises Fréquentations zu einem Kinoprogramm zusammengefasst.

 

18.07 um 16:30 Uhr et 30.07 à 17 Uhr

Mes petites amoureuses (Original mit Untertiteln)

FR 1974, Jean Eustache, 123 min.

Mit Martin Loeb, Ingrid Caven, Jacqueline Dufranne

Ein Sommer der Unschuld endet abrupt: Der 13-jährige Daniel wird aus seinem behüteten Landleben in die Enge der Stadt gerissen und in die Härte der Erwachsenenwelt gestoßen. Statt Schule und Freundschaften bestimmen Arbeit, soziale Kälte und erste Auseinandersetzungen mit Sexualität seinen Alltag. Teilweise autobiografisch geprägt, verdichtet der Film persönliche Erinnerungen zu einer beobachtenden Studie des Erwachsenwerdens – und einer Jugend, die verschwindet, bevor sie sich entfalten kann.

 

Le 20.07 à 17 Uhr et le 31.07 à 17 Uhr

Une Sale histoire

FR 1977, Jean Eustache

Film 1: 28 min. Mit Michael Lonsdale

Film 2: 22 min. Mit Jean-Noël Picq

Une Sale histoire besteht aus zwei Filmen: Zunächst entstand ein 16-mm-Film, gedreht im Stil des Cinéma vérité, in der ein Mann von seinen voyeuristischen Erlebnissen in der Toilette eines Pariser Cafés erzählt, wo er ein Loch in der Wand zur Damentoilette entdeckt hat. Seinen Text ließ Eustache später, auf 35mm gedreht, von einem professionellen Schauspieler sprechen. Die Filme werden allerdings in umgekehrter Reihenfolge vorgeführt, also die Fiktion vor der Dokumentation – wobei sich natürlich auch die Frage stellt, was an der von Picq erzählten Geschichte echt ist und was nicht. Auf diese Weise gelang Eustache eine einzigartige Reflexion über das Verhältnis von Dokumentarischem und Fiktivem.

Vorfilm: Les photos d'Alix (Original mit Untertiteln)

FR 1980/82, Jean Eustache 18 min.

Mit Alix Cléo-Roubaud, Boris Eustache

In Les Photo D'Alix sitzt die Alix des Titels mit einem Mann an einem Tisch. Sie kommentiert eine Reihe von Fotos, die das Publikum zu sehen bekommt. Die Subjektivität des Blicks und das, was tatsächlich zu sehen ist, gehen dabei jedoch zum Teil auseinander. Es ist Eustaches letzter Film, der 1982, ein Jahr nach seinem Tod mit einem César ausgezeichnet wurde.

Bild: ©Anouchka Films

09. Juli 2026 - 31. Juli 2026

Metropolis Kino
Kleine Theaterstraße 10
20354 Hamburg