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Facts & fiction: literarische Stimmen aus Europa

20. März 2026
10:30 - 11:15

Veranstaltungs-Infos

Drei europäische Autorinnen und Autoren, die auf eine Laufbahn in der Literatur und/oder im journalistischen Schreiben zurückblicken, gehen gemeinsam der Frage nach, was sich heute eigentlich im Spannungsfeld zwischen Wirklichkeit und Fiktion abspielt, moderiert von Shila Behjat (Arte).

Während Kritiker:innen eine „Krise der Fiktion“ der zeitgenössischen Literatur diagnostizieren – geprägt von Autofiktion und realitätsnahen Erzählungen, die sich auf Kriminalfälle, echte Begebenheiten oder historische Stoffe stützen –, erlebt unsere Gesellschaft gewissermaßen das Gegenteil: eine Krise der Wirklichkeit. Das schwindende Vertrauen in die Medien, Wissenschaft und Institutionen erzeugt den Eindruck, in einer Welt zu leben, in der alternative Realitäten und nebulöse Wahrheiten plötzlich ebenso viel Gewicht haben wie überprüfte Fakten. 

Mit 
Delphine Minoui (Frankreich) 
Dorota Masłowska (Polen) 
Dmitrij Kapitelman (Deutschland) 

Moderation: Shila Behjat, Arte 

Delphine Minoui, 1974 geboren, ist Auslandskorrespondentin für Le Figaro, hat lange im Iran gelebt und berichtet seit 25 Jahren über das Geschehen im Nahen und Mittleren Osten. 2006 wurde sie für eine Artikelserie über den Irak und den Iran mit dem Prix Albert Londres ausgezeichnet. Ihre reportageähnlichen Erzählungen Je vous écris de Téhéran und Les Passeurs de livres de Daraya (Grand Prix des Lectrices ELLE 2018) waren in Frankreich große Erfolge und wurden in etwa ein Dutzend Sprachen übersetzt. 2023 erhielt sie für ihren ersten Roman L’Alphabet du silence den Prix Constantinople. 2026 bekam sie die Ehrenlegion für ihre Arbeit als Journalistin und Autorin. Ihr Roman Badjens ist für den Prix PREMIERE 2026 nominiert. 

Dorota Masłowska, 1983 in Wejherowo, Polen, geboren. Ihr Debütroman Schneeweiß und Russenrot wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. 2019 erschien ihr Roman Andere Leute, 2022 folgte Bowie in Warschau, „ein kurzweiliges, raffiniertes Buch voller Leidenschaft, Humor und Wahrheit über das ewig komplizierte Menschsein“ (WDR). 2020 erhielt Masłowska den Samuel-Bogumił-Linde-Preis. Ihre Bühnenstücke werden auch in Deutschland aufgeführt. Masłowska, die auch als Rapperin reüssiert, lebt mit ihrer Tochter in Warschau.  

Dmitrij Kapitelman, 1986 in Kyjiw geboren, kam im Alter von acht Jahren als „Kontingentflüchtling“ mit seiner Familie nach Deutschland. Er studierte Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Leipzig und absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München. Heute arbeitet er als freier Journalist. 2016 erschien sein erstes, erfolgreiches Buch Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters, für das er den Klaus-Michael Kühne-Preis gewann. 2021 folgte Eine Formalie in Kiew, für das er mit dem Buchpreis Familienroman der Stiftung Ravensburger Verlag ausgezeichnet wurde. Sein jüngster Roman, Russische Spezialitäten, war 2025 für den Deutschen Buchpreis nominiert. 

Auf Englisch

 

Veranstaltung im Rahmen der Leipziger Buchmesse in Kooperation mit dem Forum Offene Gesellschaft, dem Polnischen Institut Berlin – Filiale Leipzig und Arte 

Das Programm des Institut français im Rahmen der Leipziger Buchmesse 2026 und Leipzig liest wird von der Stadt Leipzig, der Sparkasse Leipzig, dem Verein der Freunde und Förderer des Institut français Sachsen und Jacques Wein-Depot unterstützt. 

20. März 2026
10:30 - 11:15

Eintritt: frei

Leipziger Messe GmbH – Forum Offene Gesellschaft (Halle 5, K500)
Messe-Allee 1
04356 Leipzig