Wettbewerb "Bertrand Herz" (1930-2021) Unsere Geschichte - Notre Histoire

Franzosen als Häftlinge, Zwangsarbeiter oder Kriegsgefangene in Sachsen und Thüringen

Die dritte Ausgabe des Wettbewerbs "Notre histoire - Unsere Geschichte" wird im Schuljahr 2023-2024 in Sachsen und Thüringen stattfinden. Alle Französisch lernenden Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9 bis 11 sind eingeladen, nach Spuren von ehemaligen französischen Häftlingen, Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeitern in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld zu suchen. Aufgrund der mehreren zehntausend in Kriegsgefangenen- und Arbeitslagern sowie in Außenkommandos der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora deportierten französischen Männer und Frauen, ist praktisch jede Region Mitteldeutschlands betroffen. Insbesondere die Anwesenheit von Zwangsarbeitern war mit dem Leben eines Dorfes oder einer Stadt eng verbunden, ist aber seither oft in Vergessenheit geraten.

Auch wenn es sich bei den Außenkommandos der KZ in erster Linie um Arbeitskommandos handelte, erfolgte die Vernichtung dort durch die Arbeits- und Lebensbedingungen, Hunger, Krankheiten und erlittene Misshandlungen. Viele der Häftlinge dieser Lager waren aus den östlichen Vernichtungslagern nach Mitteldeutschland deportiert worden, sodass die Vernichtung der Juden durch die Nazis und der Holocaust auch hier eine große Rolle spielten, vor allem in den letzten Kriegsmonaten.

Der Wettbewerb ist eine Einladung, die heute mitunter in Vergessenheit geratenen Spuren dieser deutsch-französischen Verflechtung zu untersuchen und wieder sichtbar zu machen.

Die Teilnehmenden erfahren bei ihren Recherchen, wie eng die Geschichte unserer beiden Länder miteinander verbunden ist. Sie geben ehemaligen Häftlingen, Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen einen Namen und recherchieren ihre Biografien. Sie nutzen dabei Archivunterlagen und deutsch sowie französischsprachige Sekundärliteratur. Durch die Benutzung des online-Archivs von Arolsen Archives tragen sie auch dazu bei, die umfangreiche Digitalisierung der dort lagernden biografischen Daten im Rahmen von evenrynamecounts – jedernamezählt zu unterstützen. (#everynamecounts - ENC | Arolsen Archives)

Ein Projekt des Institut français Deutschlands, der Botschaft Frankreichs in Deutschland und der Kommission für die Entschädigung der Opfer von Enteignungen (CIVS) in Verbindung mit dem Thüringer Bildungsministerium, dem Sächsischen Kultusministerium, der Gedenkstätte Buchenwald und den Arolsen Archives

Wer kann teilnehmen?

- alle Französisch lernenden Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9 bis 11
- die Teilnahme kann allein, in Gruppen oder als Klasse erfolgen
- die Teilnehmenden können von einer Lehrerin/einem Lehrer, einer Museumspädagogin/einem Museumspädagogen oder einer Archivarin/einem Archivar und einer Mitarbeiterin der französischen Botschaft betreut werden

Die Arbeiten können Teil der Französischkurse sein oder auch nicht.

Wie erfolgt die Teilnahme?

Die Ergebnisse können auf Französisch oder Deutsch verfasst werden und als Sachtext, Gedicht, Video oder einer anderen künstlerischen Form, digital oder analog, eingereicht werden.

Anmeldungen bis zum 15. Dezember 2023: info.leipzig@institutfrancais.de

Einsendeschluss ist der 1. März 2024.
Die Beiträge können an folgende Adresse geschickt werden:

Institut français de Leipzig, 
Thomaskirchhof 20, 04109 Leipzig ; Oder per E-Mail an: info.leipzig@institutfrancais.de

Bewertung und Preise

Eine Jury bewertet die eingereichten Arbeiten anhand von Kriterien wie thematischer Ansatz, Quellenarbeit, Kreativität und Neuheitswert.

Für Arbeiten, die auf Französisch eingereicht werden, gibt es einen Bonuspunkt.

Die Quellen der Recherche müssen ebenfalls an die Wettbewerbsjury gesendet werden.

Die Jury besteht unter anderem aus Vertreterinnen und Vertretern des französischen Verbandes ehemaliger Häftlinge von Buchenwald und Mittelbau-Dora, der französischen Botschaft, der Gedenkstätte Buchenwald, des TMBJS, der Arolsen Archives sowie aus einem/einer deutschen und einem/einer französischen Historiker/in. Die ausgezeichneten Forschungsergebnisse können in das Archiv der Gedenkstätte Buchenwald eingehen.

Die Preisverleihung erfolgt im April 2024 im Rahmen der Feierlichkeiten zum Jahrestag der Befreiung der ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora.
            Der erste Preis ist eine Reise nach Berlin und ein Empfang in der französischen Botschaft.
            Der zweite Preis ist ein geführter Besuch der Gedenkstätte Buchenwald oder eines Außenlagers des KZ Buchenwald oder des KZ Mittelbau-Dora.
            Der dritte Preis eine Sonderausgabe der Association française Buchenwald-Dora zur Geschichte des Konzentrationslagers Buchenwald und seiner Außenlager.

Auf Anfrage halten wir für die teilnehmenden Pädagogen einen Leitfaden bereit.

Preisträger des Wettbewerbs 2022-2023

v.l.n.r.: 3. Platz: Privatgymnasium Weinheim, für ein Buch zu Marcel Dartigues (KLB 38002) ; 2. Platz: Privatgymnasium Weinheim, für einen Film über Gaston Pourcelot (KLB 85260) ; 1. Platz: Philipp-Melanchthon-Gymnasium Gerstungen, für einen Film und eine Powerpoint-Präsentation über die französischen Häftlingsfrauen im KZ Buchenwald, Außenlager Abteroda