Frankreich unterhält Kulturvertretungen in ganz Deutschland. Das Institut français Deutschland ist bundesweit mit 13 Standorten vertreten. Weitere 12 Städte beherbergen ein Deutsch-Französisches Kulturzentrum.
"Bad-jens", der Name der jungen Protagonistin, bedeutet wörtlich übersetzt « falsches Geschlecht ». Im Alltagspersischen heißt es "schelmisch oder aufmüpfig".
Die Autorin lässt sich von dem Schicksal der 17-jährigen, Nika Shakharami, die wegen ihrer Teilnahme an einer Demonstration von der Sittenpolizei ins Koma geprügelt wurde und einige Tage später tot auf der Strasse gefunden wurde, inspirieren. Nika Shakarami nahm an den Protesten nach dem Tod von Jina Mahsa Amini im September 2022 teil. Im Herbst 2022 kam es im ganzen Land zu Unruhen, Frauen versammelten sich zu riesigen Demonstrationen unter dem Motto "Jin, Jiyan, Azadi – Frau, Leben, Freiheit". Ein Drang nach Freiheit erfasste das Land und ließ es nicht mehr los.
Zum Roman:
Schiras, Herbst 2022. Mitten im Aufstand "Jin, Jiyan, Azadi – Frau, Leben, Freiheit" klettert die sechzehnjährige Badjens bei einer Demonstration auf einen Müllcontainer, um in aller Öffentlichkeit ihr Kopftuch zu verbrennen. Während sie vor einer Menschenmenge steht, die sie anspornt, zieht in einer Rückblende ihr bisheriges Leben an ihr vorbei: ihre unerwünschte Geburt, ihr konservativer Vater, ihr Smartphone voller rebellischer Hits, ihre Freundinnen, ihre erste Liebe, ihr Körper, der nach Freiheit verlangt, und die Kleiderordnung für Frauen, die dieses ungeliebte Stück Stoff auf dem Kopf vorschreibt und, die sie mit allen Mitteln zu unterlaufen versucht - bis sie sich schließlich endgültig von ihr befreit.
"Badjens" liefert uns eine Innenperspektive einer jungen Iranerin, die voller Hoffnung und Wut danach strebt, sich von den Fesseln einer patriarchalischen und religiösen Gesellschaft zu befreien und, die in dem gesellschaftlichen Wirbel nach ihrer eigenen Identität sucht.
Zur Autorin:
Delphine Minoui ist Auslandskorrespondentin für die französische Zeitung “Le Figaro”, hat lange im Iran gelebt und berichtet seit 25 Jahren über das Geschehen im Nahen und Mittleren Osten. 2006 wurde sie für eine Artikelserie über den Irak und den Iran mit dem Prix "Albert Londres" ausgezeichnet. Ihre reportageähnlichen Erzählungen "Je vous écris de Téhéran" und "Les Passeurs de livres de Daraya" (Grand Prix des Lectrices ELLE 2018) /"Die Geheime Bibliothek von Daraya" waren in Frankreich große Erfolge und wurden in etwa ein Dutzend Sprachen übersetzt. 2023 erhielt sie für ihren ersten Roman "L’Alphabet du silence" den prestigeträchtigen "Prix Constantinople", 2025 für "Badjens" den Preis "Les Visionnaires". 2026 wurde sie vom französischen Präsident in den Stand einer Ritterin der Ehrenlegion erhoben, als Auszeichnung für ihre Arbeit als Journalistin und Autorin.
"Badjens" erschien im September 2025 im Orlanda Verlag. Aus dem Französischen von Astrid Bührle-Gallet.
Das Gespräch wird auf Französisch (Auszüge des Romans aus dem Französischen) und auf Deutsch geführt.
Einleitung und co-Moderation : David Stäge, wissenschaftlicher Mitarbeiter Professur Geschichte Westasien (Historisches Seminar), Universität Erfurt.
Verdolmetschung : Joke Jochum
In Kooperation mit Women Art Weimar.
20. März 2026
18:30 - 19:45
Eintritt:
Auf Spendenbasis
Institut français Thüringen & Women Art Weimar
Marktstrasse
6
99423
Weimar