Residenz CINE-MEDIA

Was ist die Residenz CINÉMÉDIAS?

Die vom Institut français Deutschland und dem deutsch-französischen Jugendwerk getragene Kreativresidenz CINÉMÉDIAS, die 2018 in Berlin gestartet wurde, ermöglicht es deutschen und französischen Schülerinnen und Schülern der neunten Klasse, ohne notwendige Vorkenntnisse der Partnersprache drei Tage gemeinsam in Deutschland im Rahmen eines medien- und informationspädagogischen Aufenthalts zu verbringen. 

Auf dem Programm stehen Masterclasses und Workshops, die von Fachleuten aus dem audiovisuellen Bereich geleitet werden, sowie Kinobesuche und das Produzieren von sehr kurzen Kurzfilmen. Ziel ist es, den Jugendlichen die notwendigen Codes zur Entschlüsselung der von den Medien vermittelten Inhalte zu geben und ihnen gleichzeitig die Gelegenheit zu bieten, in einem spaßigen Rahmen Jugendliche aus dem Nachbarland zu treffen.

Die Ausgabe 2025

Die Residenz CINÉMÉDIAS findet traditionell während der Französischen Filmwoche in Berlin statt. Entsprechend einem gemeinsamen thematischen Rahmen werden das Programm und die Referentinnen und Referenten für jede Residenz individuell gestaltet und unter anderem in Abhängigkeit von lokalen Akteuren der Medienbildung sowie von Journalismus- und Filmschulen ausgewählt.

In diesem Jahr haben die Schülerinnen und Schüler drei Tage lang die Möglichkeit, sich mit einer zentralen Frage auseinanderzusetzen, zu experimentieren und kreativ zu arbeiten: Kino – ein Instrument des Aktivismus oder des Eskapismus?

Der Workshop lädt die Teilnehmenden dazu ein, über die Rolle des Kinos in unserer Gesellschaft nachzudenken. Ist es ein Mittel des Aktivismus, das eine politische Botschaft vermittelt und das Bewusstsein schärfen will? Oder ist es vielmehr ein Raum des Eskapismus, der uns die Tore zu Traum und Poesie öffnet, um den Sorgen des Alltags zu entfliehen? 

Um diese Spannung konkret zu erkunden, haben die Schülerinnen und Schüler an einem Thema gearbeitet, das uns alle betrifft: der Umweltkrise. Durch das Schreiben und die Realisierung eines Kurzfilms wurden sie dazu angeregt, ihre eigenen Erzählungen zu entwickeln und unterschiedliche Wege zu erproben, wie das Kino auf die ökologische Dringlichkeit unserer Zeit reagieren kann.

Lokale und aktuelle Herausforderungen


Das Projekt bietet einen besonders geeigneten Lernrahmen im Hinblick auf die zunehmende Digitalisierung und die sich wandelnden Nutzungsformen und trägt dazu bei, Desinformation entgegenzuwirken. Es zeichnet sich durch sein innovatives Format aus, das pädagogische, spielerische und interaktive Ansätze miteinander verbindet, sowie durch ein Workshop-Programm, das von Fachleuten aus dem audiovisuellen Bereich geleitet wird. Die Jugendlichen werden dabei zu aktiven Akteurinnen und Akteuren des Programms, da sie im Rahmen eines der Workshops ein Video realisieren.

Darüber hinaus fördert das Projekt den deutsch-französischen Dialog innerhalb eines jungen Publikums, indem es eine Erfahrung des Zusammenlebens und der kollaborativen Arbeit ermöglicht und zugleich die Sprachbarriere abbaut. Die Residenzen sind nämlich so konzipiert, dass fehlende Kenntnisse der Partnersprache kein Hindernis für den Erfolg des Projekts darstellen.

Schließlich ermöglicht die Umsetzung dieses Projekts die Begegnung von Bereichen, die nur selten miteinander verknüpft werden: die Welt der Bildung, die Welt der Kultur und die Berufswelt – und das alles in einem deutsch-französischen Kontext.