Die Schauspieler*innen Marie-Claire Dufour und François Simon Bild: DFF- Deutsches Filminstitut und Filmmuseum / Senscritique

"Charles mort ou vif" von Alain Tanner

03 Juli 2020
18:00 - 19:45

Veranstaltungs-Infos

Er wurde im Dezember neunzig Jahre alt und gilt als Erneuer des Schweizer Films. Alain Tanner drehte vor 50 Jahren Charles mort ou vif (Charles tot oder lebendig). Zur Feier der französischen Sprache wollten wir zusammen mit dem Schweizerischen Konsulat und das DFF den Filmklassiker im März zeigen. Die Vorführung musste wegen Corona abgesagt werden und wir freuen uns, dass sie jetzt nachgeholt werden kann.

Zum Regisseur

Der Schweizer Alain Tanner erlebte Mai 68 als Dokumentarfilmemacher in Paris; kein Wunder also, dass er 1969 mit Charles mort ou vif (Charles tot oder lebendig) 1969 den Schweizer Film auf der nouvelle vague surfen ließ. Der Film erhielt auf dem Festival von Locarno den goldenen Leoparden als erste Schweizer Film. Der grösste Erfolg von Alain Tanner, der 20 Spielfilme gedreht hat und vor kurzem seine neunzigsten Geburtstage feierte, wurde 1976 Jonas qui aura 20 ans en l'an 2000 (Jonas, der im Jahr 2000 25 Jahre alt sein wird).  

Zum Film

Ein fünfzigjähriger Fabrikbesitzer wird anlässlich des Jubiläums seiner Firma vom Fernsehen interviewt. Während des Gesprächs wird dem Industriellen die Falschheit seines bisherigen Lebensstils bewusst, er verlässt sein Heim und seine Familie und beschließt, zum Leidwesen seiner Kinder, sein Leben zu verändern. Alain Tanner erzählte in seinem Spielfilmdebut die Geschichte einer Desillusionierung und gewann 1969 auf Anhieb den Hauptpreis in Locarno.

Für den Lehrer und Filmkritiker Frédéric Bas zeichnet sich dieses „Film-Manifest (…) durch die eigenwillige Handschrift des “Neuen Schweizer Films” aus: eine Mischung aus Leichtigkeit und Tiefe, mit einem sicheren Sinn für das Absurde, das mit Feingefühl und Bravour gemeistert wird, um den Feind lächerlich zu machen. Der Titel verweist nicht nur mit einem Augenzwinkern auf die Gewalt des wilden Kapitalismus made in USA, der dem tugendhaften Genf als Vorbild dient – er ist ein symbolträchtiger Einstieg ins ganze zukünftige Werk“.

Zur Feier der französischen Sprache

Ende März feiern Frankreich und die französischsprachige Welt seit 1995 alljährlich die Feier der französischen Sprache. Sie soll die kulturelle Vielfalt der französischen Sprache unterstreichen, die weltweit von mehr als 274 Millionen Menschen in über 70 Ländern gesprochen wird.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Schweizerischen Konsulat Frankfurts und mit dem DFF (Deutsches Filminstitut und Filmmuseum).

03 Juli 2020
18:00 - 19:45

DFF - Deutsches Filminstitut und Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt