Elisa Diallo fille de France (© Privat) Bild: © Ed. Flammarion, Privat, Berenberg

Online-Lesung mit Elisa Diallo, Autorin von von Fille de France oder "Französisch verlernen“

11. Mai 2021
19:30 - 21:30

Veranstaltungs-Infos

Ihre Mutter ist Französin, ihr Vater Guineer. In Fille de France ("Französisch verlernen") erzählt Elisa Diallo, warum sie sich für die deutsche Nationalität entschieden hat.

Wenn es anfängt, weh zu tun, muss man etwas unternehmen: Das fand auch Elisa Diallo, Tochter einer französischen Mutter und eines guineischen Vaters. Aufgewachsen in Frankreich, lebt Elisa Diallo heute in Mannheim, besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft und arbeitet in einem Frankfurter Verlag. Wie es zu diesem Schritt kam, das erzählt und erklärt sie in „Französisch verlernen“. Ein intimes Zeugnis in Zeiten, in denen die Frage „Woher kommst du und wer bist du?“ alle und alles beschäftigt.

Anlässlich des Erscheinens von "Französisch verlernen" im Berenberg Verlag, der deutschen Übersetzung (von Isabel Kupski) von "Fille de France" (erschienen 2019 bei Climats), findet am Dienstag, 13. Mai 2021 um 19:30 Uhr eine Online-Lesung mit der Schriftstellerin Elisa Diallo statt. Die überwiegend deutschsprachige Intervention wird von der Kritikerin Miryam Schellbach moderiert.

Die Veranstaltung wird vom Literaturhaus Frankfurt mit Unterstützung des Institut français Frankfurt organisiert.

Elisa Diallo wurde 1976 in Paris geboren. Sie studierte Geschichtswissenschaft in Paris, anschließend ­Niederlandistik und Literaturwissenschaft in den Niederlanden, wo sie ihre These gemacht hat, die 2012 unter dem Titel Tierno Monénembo. Une écriture migrante (Tierno Monénembo. Eine Migrantenschrift) veröffentlich wurde. 2009 zog sie nach Deutschland, wo sie ­seither in der Verlagsbranche tätig ist.

Elisa Diallo, eine deutsch-französische Autorin, ist die Tochter einer bretonischen Mutter und eines guineischen Vaters. In Fille de France erzählt sie von ihrer Reise zum Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft, motiviert durch die Sorge über den Aufstieg der extremen Rechten in Frankreich. In diesem Prozess, der wegen eines Namens, der "nicht französisch klingt", viel Misstrauen seitens der deutschen Behörden mit sich bringt, wird die Autorin mit einer ganzen Reihe von Fragen zu ihrer Identität und ihrer persönlichen und familiären Geschichte konfrontiert. Was war eigentlich die Nationalität ihres Vaters, der 1941 in Guinea geboren wurde, zu einer Zeit, als die Kolonisierten keinen anderen Status hatten als den eines Einheimischen? Wie kann man seine Gefühle gegenüber Frankreich entwirren, zwischen Zuneigung und Unbehagen angesichts einer Gesellschaft, deren nationales Narrativ Immigranten und Kindern von Immigranten ständig einen Randplatz vorbehält? Woher komme ich, wer bin ich? Elisa Diallo hat sich entschieden, diese Fragen von ihrem Zuhause in Mannheim, Deutschland, aus zu stellen. Es ist auch das Porträt dieses Deutschlands, das Elisa Diallo entwirft. Nachdem es seine Identität seit 1945 radikal neu definiert hat, ist es für den Autor das einzige Land in Europa, in dem eine echte multiethnische Gesellschaft möglich ist.

11. Mai 2021
19:30 - 21:30

Eintritt: 5€

Literaturhaus

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