Juliette Binoche © UniFrance

Das Bureau du cinéma et des médias und die Berlinale

Die Internationalen Filmfestspiele Berlin gehören zu den wichtigsten Filmfestivals weltweit. 1951 gegründet, fand die erste Berlinale unter der Leitung von Alfred Bauer statt. Die Alliierten wollten damit ein „Schaufenster der freien Welt“ etablieren. Das Festival findet jedes Jahr Anfang Februar in Berlin statt. Ein riesiger Filmmarkt, Retrospektiven und verschiedene Sektionen komplettieren das Hauptprogramm, den internationalen Wettbewerb um die besten Spielfilme.

Der beste Film wird mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet. Der Silberne Bär und der Große Preis der Jury gehen an die beste Regie sowie an den besten Darsteller und die beste Darstellerin. Die Jury setzt sich aus Fachleuten aus der Filmbranche und Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur zusammen.

Rund 200 000 Fachleute aus 120 Ländern, darunter 4 200 Journalisten, sind jedes Jahr auf der Berlinale. Etwa 430 000 Zuschauer – Fachpublikum oder gemischtes Publikum – besuchen die Vorstellungen.

Unter den Preisträgern des Goldenden Bären waren immer wieder französische Filme: Lohn der Angst von Henri-Georges Clouzot (Frankreich/Italien) 1953; Schrei, wenn du kannst von Claude Chabrol 1959; Lemmy Caution gegen Alpha 60 von Jean-Luc Godard (Frankreich/Italien) 1965; Der Lockvogel von Bertrand Tavernier 1995; Central Station von Walter Salles (Frankreich/ Brasilien) 1998; Intimacy von Patrice Chéreau 2001.

2002 wurde der Silberne Bär dem Schauspieler Jacques Gamblin (in Laissez-passer), dem Regisseur Patrice Chéreau (2003) (seinem Bruder), Roman Polanski im Jahr 2010 (für The Ghost Writer), der Regisseurin Mia Hansen-Løve im Jahr 2016 (für L'Avenir) und Alain Gomis (Félicité) im Jahr 2017 verliehen.

Jurypräsidentin ist in diesem Jahr die französische Schauspielerin Juliette Binoche. Vier französische Filme, darunter zwei mit französischer Mehrheitsbeteiligung Grâce à Dieu von François Ozon und Synonymes von Nadav Lapid, konkurrieren dieses Jahr um den Goldenen Bären. Insgesamt werden 46 französische Produktionen und Koproduktionen beim Festival gezeigt.

Das Bureau du cinéma unterstützt folgende Sektionen

Internationales Forum des Jungen Films

Das Internationale Forum des jungen Films wurde 1970 von den Leitern der Deutschen Kinemathek Ulrich und Erika Gregor gegründet und wird heute per Interim durch Milena Gregor, Birgit Kohler und Stefanie Schulte Strathaus geleitet. Das Forum präsentiert eine Auswahl unabhängiger Filme. Zahlreiche Regisseure haben hier ihren ersten Film vorgestellt und konnten so internationale Anerkennung erlangen: Raoul Ruiz, Peter Greenaway, die Gebrüder Taviani, sowie Jean-Luc Godard, Jacques Rivette, Jean Eustache, Léos Carax, Olivier Assayas, Jean-Claude Biette und auch Yolande Zaubermann. Das Forum wird schon seit Jahren vom Büro für Film und Medien des Institut français Deutschland unterstützt.

Berlinale Talents

Das Projekt Berlinale Talents, das 2003 ins Leben gerufen wurde, ist ein Austauschforum, das jedes Jahr 300 junge Talente und 150 Experten aus der ganzen Welt miteinander vernetzt. Eine ausgezeichnete Plattform also für den Dialog und für den Erfahrungsaustausch. Mit dabei waren schon Sandrine Bonnaire, Stephen Frears, Andrzej Wajda, Dennis Hopper, Jia Zhangke, Mike Leigh, Charlotte Rampling, Julie Delpy, Raoul Peck, Wim Wenders und Alexandre Desplat. Aus den hundert jungen Franzosen, die jährlich ihre Bewerbung für die Berlinale Talents einreichen, wird ca. ein Dutzend ausgewählt. Ihre Teilnahme wird vor allem Dank der Unterstützung des Institut français Deutschland finanziert.

Im Rahmen von Berlinale Talents präsentierte das Büro für Film und Medien während seines traditionellen Early Bird Breakfast die Arbeit des Büro für Film und Medien, sowie das Filmförderungsprogramm Aide aux cinémas du monde. Diese Unterstützung für Drehbücher und internationale Koproduktionen wird vom CNC und vom Institut français verwaltet, das 2012 von den französischen Außen- und Kulturministerien ins Leben gerufen wurde.

Frühstück Chic

Das Frühstück Chic hat seit letztem Jahr den Austausch zwischen französischen und internationalen Produzenten in die Wege geleitet, Koproduktionen gefördert und Frankreich als einen attraktiven Ort für Film- und Produktionsarbeiten beworben.

Dieses Jahr haben sich in der Rue de Frankreich der französischen Botschaft in Deutschland mehr als 300 internationale Filmschaffende und Gäste der Berlinale zusammengefunden.

Außerdem wurde ein VR-Film präsentiert: Dans la peau de Thomas Pesquet von Pierre-Emmanuel Le Goff und Jürgen Hansen, die erste deutsch-französische Koproduktion in diesem Format, die die Weltraummission des französischen Astronauten Thomas Pesquet nachzeichnet.

Das Frühstück Chic wird vom Büro für Film und Medien in Zusammenarbeit mit Film Frankreich, der Filmkommission Ile de Frankreich und Alpes Maritimes sowie der Deutsch-Französischen Filmakademie organisiert und von der Möbelmarke Ligne Roset unterstützt.

ProQuote Film Party

Der Zusammenschluss ProQuote Film, der die Interessen von Hunderten von Frauen in der Film- und audiovisuellen Industrie in Deutschland vertritt, organisierte in Partnerschaft mit dem Büro für Film und Medien des Institut Français Berlin eine Abendveranstaltung für Filmemacher, Produzenten und Professionelle aus dem deutschen und französischen Filmsektor.

 

Die französischen Filme der Berlinale 2019

Offizieller Wettbewerb

Grâce à Dieu von François OZON (Frankreich)

Synonymes von Nadav LAPID (Frankreich/Deutschland/Israël)

The Kindness of Strangers von Lone SCHERFIG (Danemark/Kanada/Schweden/Deutschland/Frankreich)

Der goldene Handschuh von Fatih AKIN (Deutschland/Frankreich)

God exists, her name is Petrunya von Teona Strugar MITEVSKA (Makedonien/Belgien/Slovaque/Kroatien/Frankreich)

Offizieller Wettbewerb – Außer Konkurrenz

Varda par Agnès von Agnès VARDA (Frankreich)

Celle que vous croyez von Safy NEBBOU (Frankreich)

L’Adieu à la nuit von André TÉCHINÉ (Frankreich/Deutschland)

The Operative von Yuval ADLER (Deutschland/Frankreich/Israël/Vereinigten Staaten)

Panorama

Jessica Forever von Caroline POGGI et Jonathan VINEL (Frankreich)

Système K von Renaud BARRET (Frankreich)

La Arrancada von Aldemar MATIAS (Frankreich/Kuba/Brasilien)

Selfie von Agostino FERRENTE (Frankreich/Italien)

Talking about trees von Suhaid GASMELBARI (Frankreich/Sudan/Deutschland/Tschad/Katar)

Temblores von Jayro BUSTAMANTE (Guatemala/Frankreich/Luxemburg)

Staff only von Neus BALLUS (Spanien/Frankreich)

Panorama 40

Self-Portrait in 23 Rounds: a Chapter in David Wojnarowicz’s Life, 1989-1991 von Marion SCEMAMA (Frankreich)

Lady Chatterley von Pascale FERRAN (Frankreich/Berlgien/Großbritannien, 2006)

Les Nuits fauves von Cyril COLLARD (Frankreich/Italien, 1992)

Generation

Daniel fait face von Marine ATLAN (Frankreich)

Generation – courts-métrages

City Plaza Hotel von Anna Paula HÖNIG (Frankreich/Deutschland/Chili)

Paula sans lui von Maéva BEROL (Frankreich)

Tigre von Delphine DELOGET (Frankreich)

Kids von Michael FREI (Schweiz/Frankreich)

Zibilla von Isabelle FAVEZ (Schweiz/Belgien/Frankreich)

Le Dernier jour d’automne von Marjolaine PERRETEN (Schweiz/Belgien/Frankreich)

Forum

Ne croyez surtout pas que je hurle von Frank BEAUVAIS (Frankreich)

Nos défaites de Jean-Gabriel PÉRIOT (Frankreich)

Delphine et Carole, insoumuses von Callisto MC NULTY (Frankreich/Schweiz)

Aidiyet von Burak ÇEVIK (Turkei/Kanada/Frankreich)

So Pretty von Jessie Jeffrey DUNN ROVINELLI (Vereinigten Staaten/Frankreich)

Maso et Miso vont en bateau / S.C.U.M. Manifesto 1967 von Carole ROUSSOPOULOS und Delphine SEYRIG (Frankreich, 1976)

Sois belle et tais-toi von Delphine SEYRIG (Frankreich, 1976)

Forum Expanded

Labour Power Plant von Robert SCHLICHT und Romana SCHMALISCH (Frankreich/Deutschland)

Berlinale shorts

Omarska von Varun SASINDRAN (Frankreich)

Prendre feu von Michaël SOYEZ (Frankreich/Deutschland)

Lidérc úr von Luca TÓTH (Ungarn/Frankreich)

Berlinale series

Il était une seconde fois von Guillaume NICLOUX (Frankreich)

Retrospective – Hommage à Charlotte Rampling

Swimming Pool von François OZON (Frankreich/Großbritannien, 2003)

Vers le sud von Laurent CANTET (Frankreich/Kanada/Belgien, 2005)

Max mon amour von Nagisa OSHIMA (Frankreich/Vereinigten Staaten, 1986)

Sous le sable von François OZON (Frankreich/Japan, 2000)

Charlotte Rampling – The Look von Angelina MACCARONE (Deutschland/Frankreich, 2011)

Hannah von Andrea PALLAORO (Italien/Belgien/Frankreich, 2017)

Lola at Berlinale

Das schönste Paar von Sven TADDICKEN (Deutschland/Frankreich, 2018)

Transit von Christian PETZOLD (Deutschland/Frankreich, 2017)

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