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Künstlerresidenzen & Projektaufruf

Eine Künstlerresidenz ist ein Ort, der eine(n) oder mehrere Künstler(innen) empfängt, um Forschungsarbeiten durchzuführen bzw. ein künstlerisches Projekt zu realisieren. Dabei besteht keine Ergebnispflicht. Der Initiator einer solchen Residenz (öffentliche Organisation, Unternehmen oder Privatperson, Mäzen usw.) stellt die Regeln (Thema, Werk usw.) auf, die dem Projekt- bzw. Bewerbungsaufruf zu Grunde liegen. Die Residentinnen und Residenten werden von einem Auswahlkomitee auf der Grundlage ihrer Bewerbung ausgewählt. Durch den Aufenthalts- und Schaffensort sowie durch finanzielle, technische und personelle Unterstützung soll das künstlerische Schaffen begünstigt werden.

Quellen:

 

 

Aktuelle Künstlerresidenzen

  • Künstlerresidenz der Cité Internationale des Arts in Paris

1. Beschreibung

Die 1965 gegründete Cité Internationale des Arts gilt heute als das größte Zentrum für Künstlerresidenzen weltweit.  Der Atelier- und Wohnkomplex mit seinen 300 Unterkünften im Herzen von Paris nimmt jedes Jahr mehr als 1200 Künstler aus insgesamt 90 Ländern auf. Die Cité Internationale des Arts spielt mit ihrer idealen Lage und ihrem Bestreben, den Künstler in den Mittelpunkt zu rücken, in der Pariser Kulturlandschaft, aber auch auf internationaler Ebene eine führende Rolle.

2. Ablauf/Kalender

Zwei mal pro Jahr (Frühling und Herbst) organisiert die Cité Internationale des Arts für die unterschiedlichen Fachbereiche Zulassungskommissionen, die rund 60 Wohnateliers vergeben. Dabei werden für die einzelnen Disziplinen thematische Jurys gebildet. Diese Zulassungskommissionen vergeben 30% der Wohnateliers der Cité Internationale des Arts, die verbleibenden 70% werden von Fördereinrichtungen vergeben.

  • Bewerbungsfrist: vom 10. Januar zum 1. März 2018
  • Bekanntgabe der Auswahl: ab Mitte April
  • Beginn der Künstlerresidenzen: zwischen Juli und Ende November 2018

3. Mittel

Die Cité Internationale des Arts gestaltet auf der Grundlage der künstlerischen Projekte der Residentinnen und Residenten ein interdisziplinäres Kulturprogramm. Auch begleitet sie die Kreativen bei ihren Projekten extra muros und unterstützt sie bei der Vernetzung mit Fachleuten.

Die Residentinnen und Residenten können Französischunterricht in Anspruch nehmen, in Gemeinschaftsateliers arbeiten (Druckwerkstatt) und einen Keramikofen benutzen.

Die Wohnateliers umfassen einen möblierten Arbeits- und Wohnbereich. Einige Ateliers sind mit einem Klavier ausgestattet. Die Künstler müssen die Kosten für die Unterkunft selbst übernehmen. Diese belaufen sich 2018 monatlich auf zwischen 587€ und 861€ pro Person. Es ist möglich, in Begleitung eines Erwachsenen zu kommen (+158€ pro Monat) u./o. eines Kindes unter 7 Jahren (+116€ pro Monat) einzuziehen. Tiere sind nicht erlaubt.

4. Bedingungen (Auswahl/Bewerbung)

Die Jury legt bei der Prüfung der Bewerbung neben dem beruflichen Werdegang der Kandidatinnen und Kandidaten ein besonderes Augenmerk auf die Qualität des Projektes, die Notwendigkeit eines Aufenthaltes in Paris, den Arbeitsplan und die schon geknüpften Kontakte.

Die Künstlerresidenzen richten sich an Künstler oder Kuratoren aus Frankreich und dem Ausland in den Bereichen bildende Künste, Musik, Schreiben und darstellende Künste. Die Bewerberinnen und Bewerber müssen älter als 18 Jahre alt sein. Die Dauer des Aufenthalts beträgt 2 bis 12 Monate.

Notwendige Dokumente

  • 1 Lebenslauf (pdf) (max. 4 Seiten)
  • 1 Präsentationstext des Residenzprojekts (pdf) (max. 2 Seiten)
  • 1 Portfolio (pdf) (zwischen 5 und max. 20 Seiten)
  • Videolinks, Audiodateien über die Arbeit (mp3, avi) u./o. Empfehlungsschreiben

5. Links & Kontakte

Bewerbungsgebühren: 32€ incl. Steuern (Bezahlung via Online-Banking oder durch eine Einzugsermächtigung)

 

  • Berlin Sessions Residency

1. Beschreibung

Berlin Sessions ist eine Plattform, die Künstlern und Kulturschaffenden kuratorische Expertise, Vernetzung und logistische Unterstützung im Kulturbereich ermöglicht. Ziel ist eine verstärkte Mobilität und Zusammenarbeit zwischen Nachwuchskünstlern, Forschern und Kulturschaffenden innerhalb der entsprechenden Netzwerke und gemeinsam mit den Kunsteinrichtungen in Berlin.

Berlin Sessions initiiert Kooperationen mit internationalen Universitäten, Kunstorganisationen und Fördereinrichtungen, die die Mobilität ihrer Studierenden, Forscher und Mitarbeiter förden, um damit die Auslandserfahrungen und internationale Vernetzung herausragender Talente zu unterstützen.  

Die Residenz-Programme (Berlin Sessions Residency) werden in Zusammenarbeit mit Universitäten, Kunstbeiräten, Unternehmen oder privaten Stiftungen durchgeführt, die gemeinsam mit dem Berlin Sessions-Team und den auserwählten Teilnehmer(innen) einen ersten Entwurf der Ziele des Programms ausarbeiten und im Weiteren den erfolgreichen Abschluss des Projektes begleiten.

2. Ablauf/Zeitplan

Vor Beginn der Künstlerresidenz präsentieren die Fördereinrichtungen und Berlin Sessions die großen Linien des Projektes. Nach der Auswahl der Teilnehmer(innen) ermittelt Berlin Sessions einen Programmkalender. Die drei beteiligten Parteien engagieren sich für den Erfolg des Projektes und haben entsprechende Bewertungsmaßnahmen. Für die Dauer werden 3 bis 4 Wochen empfohlen.

Zu berücksichtigende Schritte vor Beginn der Kooperation mit Berlin Sessions:

  1. Personalisierung: Kommunikation der Vision und Idee des Projektes im Rahmen einer Online-Bewerbung http://berlinsessions.org/application/ oder direkte Kontaktaufnahme für ein unmittelbares Feedback über die Adresse info@berlinsessions.org
  2. Konzeption: Ausarbeitung der Projektziele und Vorbereitung eines Zeitplans (Auswahl des Bewerbers, Datum des Projektes in Berlin, Events, Bericht, Umfrage)
  3. Engagement: Unterzeichnung eines Vertrags und Erstellung eines Budgetplans
  4. Kommunikation: Förderung des Projektes des ausgewählten Bewerbers

In dem regelmäßig aktualisierten Kalender können die Verfügbarkeiten für die einzelnen Residenz-Programme eingesehen werden: http://berlinsessions.org/calendar/

3. Mittel

Die Aktivitäten können vielfältig und individuell entsprechend der Bedürfnisse und Budgets der Teilnehmenden zusammengestellt werden. Einige Beispiele:

  • Feedback
  • Studiobesichtigung
  • Zusammenschluss und Partnerschaft
  • Besichtigung spezifischer Events

Das wichtigste Ziel der Berlin Sessions ist die Förderung der Mobilität der internationalen Kulturakteure, indem ihnen Unterstützung und eine entsprechende Struktur für ihre Erfahrungen in Berlin gewährt sind. Berlin Sessions stellt seine Expertise und Unterstützung in Projektmanagement und Konservierung sowie einen Wohn- und Arbeitsbereich zur Verfügung und fördert Vernetzung und professionelle Entwicklung.

4. Bedingungen (Auswahl/Bewerbung)

Berlin Sessions bietet keine direkte finanzielle Unterstützung an.

Als Anbieter der Künstlerresidenz führt Berlin Sessions keine Projekte durch, bei denen ein Künstler, ein Kurator oder ein Forscher die Kosten des Programms übernehmen muss. Daher richtet sich diese Plattform nur an Einrichtungen, die bereit sind, individuelle Projekte zu fördern und punktuelle oder längerfristige Partnerschaften mit der Berlin Sessions Residency einzugehen.  

Gemeinsam mit der Fördereinrichtung und einer internen Jury prüft Berlin Sessions die künstlerische Qualität, die Wirkkraft, die Finanzierbarkeit und Machbarkeit des Projektes.  

Die Künstlerresidenz richtet sich an Institutionen mit lokaler Finanzierung, Kunstorganisationen, Universitäten und Kunstvereine die ihre Künstler und Kulturschaffenden bei einem Mobilitätsprojekt in Berlin unterstützen möchten.

5. Links & Kontakt

Berlin Sessions Residency ist ein Projekt von Andrzej Rasyk in Zusammenarbeit mit Berlinerpool Arts Network (berlinerpool e.V.).

Anton Saefkow Platz 13/801, 10369 Berlin
info@berlinsessions.org
HANDY +49 17 66 23 00 410
FESTNETZ +49 30 66 30 26 44

Soziale Netzwerke:
https://www.facebook.com/berlinsessionsresidency
https://www.instagram.com/berlinsessionsresidency/

 

  • Gärten des Friedens in Craonne

1. Beschreibung

Im Rahmen des Projekts „Gärten des Friedens“ (Les Jardins de la Paix) werden 2018 rund 15 Themengärten in der Region Hauts-de-France angelegt. Entstehen soll ein Garten-Rundweg zum Gedenken an die unzähligen Opfer des Ersten Weltkriegs, die zwischen 1914 und 1918 auf französischem Boden ihr Leben lassen mussten. Dabei soll der Vielzahl und Vielfalt der beteiligten Länder Rechnung getragen werden.

Träger des Projekts sind der Verein Art & Jardins – Hauts-de-France und der Arbeitsstab Hundert Jahre Erster Weltkrieg (Mission du Centenaire) in Paris. Art & Jardins – Hauts-de-France wurde auf Initiative der Region Hauts-de-France mit dem Ziel gegründet, ein Gartenprojekt für die gesamte Region zu entwickeln, und wird ferner vom Ministerium für Kultur sowie von privaten Geldgebern finanziert. Die Mission du Centenaire ist eine öffentliche Interessenvereinigung, die 2012 von der Regierung mit dem Auftrag ins Leben gerufen wurde, das Veranstaltungsprogramm zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg zu entwickeln und umzusetzen.

Die Gärten, die von Landschaftsgestaltern aus den Konfliktländern des Ersten Weltkriegs geschaffen werden, sollen jeweils zu dritt oder viert eine Gruppe bilden und liegen in der Nähe eines Gedenkortes bzw. einer Gedenktourismusroute wie Arras, Vimy, Thiepval, Peronne, Compiègne, Le Quesnoy, Fromelles oder dem Chemin des Dames.

Die ersten Gärten werden im Frühling angelegt, im Sommer der Öffentlichkeit präsentiert und im Herbst 2018, genau ein Jahrhundert nach Ende des verheerenden Kriegs, eingeweiht. Eine der Gartenalagen soll in Craonne, auf dem Chemin des Dames, im Departement Aisne (Frankreich) entstehen.

2. Ablauf/Kalender

> Bewerbungsfrist: 24. März 2018

Der ausgewählte Bewerber verpflichtet sich zu folgenden Schritten:

  • Bis zum 28. April: Besuch des Standorts mit Vertretern des Organisationsteams.
  • Bis zum 18. Mai 2018: Präsentation des endgültigen Entwurfs in Form einer Mappe, die mindestens folgende Elemente enthält: 1 Gestaltungsplan, 1 Bepflanzungsplan, 1 Querschnitt des Standorts und/oder technische Details, 1 Graphik (Handskizze, 3D-Ansicht…) und jedwedes Dokument, das das Vorhaben näher erklärt.
  • Bis zum 5. Juni 2018: Darlegung des Bedarfs an Arbeitskräften, Material und Pflanzen, und Erstellung eines vorläufigen Zeit- und Finanzierungsplans.
  • Vom 15. Juni bis 31. Juli 2018: Umsetzung des Gartenprojekts im Rahmen einer Künstlerresidenz vor Ort.
  • Oktober 2018: Anwesenheit bei der offiziellen Einweihung des Gartens.

> Die Bewerbungsunterlagen müssen auf Französisch oder Englisch verfasst sein.

Erforderliche Unterlagen:

  • Ein Bewerbungsschreiben mit mindestens einer Graphik (max. zwei Seiten)
  • Eine aktuelle Mappe mit einer Auswahl von Werken und dazugehörigen beschrifteten Bildern (max. zehn Seiten)
  • Lebenslauf
  • Ausweiskopie der Teilnehmer (oder ein anderes Dokument, das die Nationalität ausweist)
  • Ausgefülltes Anmeldeformular

Die Bewerbung muss bis zum 24. März 2018 (Einsendeschluss 23:59 Uhr) als pdf auf elektronischem Wege an folgende Adresse gesendet werden: artetjardins.hdf@gmail.com

Anmerkung: Die Ergebnisse des Bewerbungsverfahrens werden ab dem 4. April 2018 versendet.

3. Mittel

Der Projektstandort ist ein hügeliges Waldstück zwischen Vieux Craonne und dem Aussichtsturm, unweit des Parkplatzes.  

Ein Jahrhundert nach Ende des Ersten Weltkriegs soll der zu gestaltende Garten des Friedens die Vitalität des künstlerischen Schaffens in Deutschland und der deutsch-französischen Freundschaft zum Ausdruck bringen und dabei den Blick in die Zukunft richten.

Das Budget für die Umsetzung des Gartenprojekts beträgt max. € 30 000 netto. Darin enthalten sind sämtliche Ausgaben, die im Rahmen der Umsetzung notwendig sind: Material, Pflanzen, Arbeitskräfte, Verpflegung usw. Die Reise- und Verpflegungskosten während der Umsetzungsphase vor Ort sind ebenfalls in das Budget mit einzuberechnen.

Je nach Art der Ausgaben und zur Erleichterung der Einkäufe in Frankreich kann ein Teil der Summe auch direkt von den Organisatoren verwaltet werden.

Zusätzlich zu diesem Budget übernehmen die Organisatoren die Kosten für die drei geplanten Aufenthalte (Reisekosten, Verpflegung, Unterkunft):

  • Standortbesichtigung / Kostenübernahme für max. eine Person
  • Projektpräsentation / Kostenübernahme für max. eine Person
  • Einweihung / Kostenübernahme für max. zwei Personen

Die Unterbringungskosten für zwei Personen während der Umsetzungsphase werden ebenfalls direkt von den Organisatoren übernommen.

Der Künstler / Landschaftsgestalter erhält eine Pauschale in Höhe von € 8 000 netto. Darin enthalten sind die Urheberrechte sowie die Honorare für die Konzipierung und Umsetzung des Projekts.

4. Bedingungen (Auswahl/Bewerbung)

Die Gartenanlage soll die Geschichte und Harmonie des Ortes berücksichtigen. Dabei sollen die Besonderheiten des Standorts und die technischen Zwänge Beachtung finden. Daher ist ein Besuch des Standortes vor Einreichen des endgültigen Entwurfs verpflichtend. Die Kosten hierfür werden übernommen.

Es soll ein Garten von dauerhaftem Bestand werden. Die Entwicklung des Gartens mit der Zeit muss dabei entsprechend in den Blick genommen werden: Der Bepflanzungsplan muss sich den Jahreszeiten anpassen und es sollten nach Möglichkeit pflegeleichte (z.B. winterharte) Pflanzen ausgewählt werden. 

Das ausgewählte Bewerberteam muss an der Umsetzung des Projekts aktiv teilnehmen. Ein mindestens zehntägiger Aufenthalt vor Ort ist daher unverzichtbar. In der Umsetzungsphase steht der technische Leiter von Art & jardins – Hauts-de-France beratend und unterstützend zur Seite.

Bei den notwendigen Einkäufen gilt es, nach Möglichkeit auf lokale und regionale Anbieter zurückzugreifen. Die Umsetzung des Projekts soll möglichst in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung erfolgen (z.B. die Vorstellung des Projekts, Umsetzung in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren etc.).

Nach Umsetzung des Projekts müssen die Künstler den Organisatoren einen vollständigen und expliziten Instandhaltungsplan ihres Gartens übergeben.

  • Diese Ausschreibung richtet sich an professionelle Landschaftsgestalter und Architekten mit deutscher Staatsbürgerschaft.
  • Es können individuelle oder kollektive Bewerbungen eingereicht werden (bei Kollektivbewerbungen ist zu beachten, dass lediglich die Kosten für zwei Personen während der Umsetzungsphase übernommen werden).

Auswahlmodalitäten:

Die Auswahl und Bewertung der Bewerbungen erfolgt durch eine künstlerische Jury, die sich aus qualifizierten Persönlichkeiten zusammensetzt: Landschaftsgestalter, Mitglieder der Mission du Centenaire sowie des Vereins Arts & jardins – Hauts-de-France, Vertreter der Stadt Craonne und des Gemeindeverbands Chemin des Dames usw.

Die Auswahl und Bewertung erfolgt nach folgenden Kriterien:

  • Künstlerische Qualität des Projekts: 60%
  • Bezug zur Friedensthematik und Berücksichtigung des natürlichen und historischen Umfelds von Craonne: 20%
  • Technische und finanzielle Machbarkeit: 20%

5. Links & Kontakte

Webseite des Vereins Mission du Centenaire: http://centenaire.org/fr

Bitte richten Sie sich für eine ausführlichere Projektbeschreibung an Frau Chloé Gaboriau (chloe.gaboriau@diplomatie.gouv.fr) u./o. Frau Julie Peters (julie.peters@diplomatie.gouv.fr).

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