Lesung_Santiago Amigorena

Lesung: Kein Ort ist fern genug

18. November 2021
19:00 - 21:00

Veranstaltungs-Infos

Lesung und Diskussion mit Santiago Amigorena und Nicola Denis

Moderation und Übersetzung der Diskussion: Prof. Cornelia Ruhe (Universität Mannheim)

Amigorena erzählt die Geschichte seines Großvaters, der in den 1920er Jahren aus Warschau nach Buenos Aires flüchtet, wo er sich in eine Argentinierin verliebt und eine Familie gründet. Durch die Briefe vor allem seiner Mutter, die im Warschauer Ghetto zurückgeblieben ist, erfährt er von den Ereignissen im fernen Europa; mit jeder Nachricht von dort wachsen seine Schuldgefühle. 
Amigorenas Roman war 2019 u.a. für den Prix Goncourt nominiert und wurde mit dem Prix des libraires de Nancy ausgezeichnet. 

Santiago Amigorena ist in Argentinien geboren und in Frankreich aufgewachsen. Nach einer Karriere als Drehbuchautor u.a. für Filme von Cédric Klapisch und als Filmemacher beginnt er vor 25 Jahren ein auf mehrere Bände angelegtes literarisches Projekt, in dem er die Geschichte seiner Familie verarbeitet. Um Kein Ort ist fern genug, den jüngsten Band dieses Projekts, der von Nicola Denis ins Deutsche übertragen worden ist, soll es in unserer Diskussion gehen.

Nicola Denis, 1972 geboren, arbeitet als freie Übersetzerin im Westen Frankreichs. 2001 promovierte sie mit einer komparatistischen Arbeit zur Übersetzungstheorie und übersetzt, neben Klassikern wie Honoré de Balzac, Gegenwartsautor*innen wie Éric Vuillard, Philippe Lançon und Marie-Claire Blais. Für ihre Übersetzung von « Die Tagesordnung » von Éric Vuillard war sie für den 10. Internationalen Literaturpreis des HKW nominiert. 2021 erhielt sie für ihr übersetzerisches Werk den Prix lémantique de la traduction.

Der Abend findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Übersetzen. Im Herzen der Gewalt“ des Institut Français Deutschland statt und kann entweder vor Ort besucht oder via Live Stream verfolgt werden. Die Diskussion wird entsprechend auch danach fragen, wie man sich als Übersetzerin einem Text stellt, der gleichsam ins Herz der Gewalt vordringt und davon erzählt, wie die Verzweiflung über die eigene Ohnmacht einen verstummen lässt. 

Der Abend wird von dem Deutschen Übersetzerfonds im Rahmen des Programms „Neustart Kultur“ gefördert.” und findet in Kooperation mit dem Romanischen Seminar der Universität Mannheim statt.

Anmeldung unter kultur@if-mannheim.eu

Fotonachweise: ©Philip Radowitz (Nicola Denis) ©bH. Bamberger / P. O. L. / Aufbau-Verlag (Santiago Amigorena)

 

18. November 2021
19:00 - 21:00

Eintritt: frei

Anna-Reiß-Saal, Museum Weltkulturen, D5