visuel Gespräch Alexis Nouss

Vortrag: Recht auf Exil. Der Migrant als politisches Subjekt

06. Mai 2021
19:00 - 20:00

Veranstaltungs-Infos

Recht auf Exil. Der Migrant als politisches Subjekt.

Vortrag von Alexis Nouss, Professor der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft der Universität Aix-Marseille und Inhaber des Lehrstuhls „Exil und Migration“  am Collège d’études mondiales (FMSH, Paris).
 

Nach eingehenden Überlegungen im Rahmen der Nuit des idées zum Thema „Die Welt danach: zusammen oder getrennt?“ hält das Deutsch-Französische Kulturinstitut Tübingen an der Zusammenarbeit mit dem Center for  Interdisciplinary and Intercultural Studies der Universität Tübingen (Link https://uni-tuebingen.de/einrichtungen/zentrale-einrichtungen/center-for-interdisciplinary-and-intercultural-studies/ciis/ ) fest. Dafür lädt es den Philosophen Alexis Nouss zu einer Diskussion über das Thema „Verschmelzung verschiedener Kulturen“ ein. Dr. Abbed Kanoor vom CIIS wird die Diskussion anleiten.

Die Einwanderungsphänomene erreichen eine ganz neue Weite und haben europa- und weltweit schwere gesellschaftliche Krisen zur Folge. Aus diesem Grund ist es wichtig die Analysen zu erneuern, indem auf die Kondition der Emigrierten eingegangen wird.  Wenn die aktuellen Gespräche aus dem Einwanderer eine eigene Figur macht, die nur Zahlen und Statistiken nährt, radieren diese sein Erlebtes und sein Durchlebtes, seine Hoffnungen und seine Leiden aus. Nun ist der Einwanderer aber erst mal Emigrant, Träger dieses Titels einer eigenen mehrdeutigen Identität und einer Erfahrung von eigener Mehrdeutigkeit. Den Einwanderer als Emigrierten zu verstehen, wird erlauben, ihn besser aufzunehmen und, anstatt eines geschwächten Asylrechts, Fundamente eines Exilrechts zu skizzieren.

Alexis Nuselovici (NOUSS) ist Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Aix-Marseille, nachdem er zuvor an der Universität Cardiff und an der Universität von Montreal gelehrt hat. Er war als Gastdozent in Brasilien, der Türkei, Spanien und Frankreich tätig. Er ist Mitglied in mehreren internationalen Forschungsteams. Er gründete die Forschungsgruppe POEXIL in Kanada und die Cardiff Research Group on the Politics of Translating in Großbritannien. Er leitet die Gruppe Transpositions des Centre interdisciplinaire d'études littéraires (CIELAM) an der Universität Aix-Marseille und hat den Lehrstuhl für Exil und Migration am College of World Studies (Fondation Maison des Sciences de l'Homme, Paris) inne.  Zu seinen Forschungs- und Studiengebieten gehören Übersetzungsstudien, die Erfahrung des Exils, die europäische Kultur, die Literatur des Zeugnisses, die Probleme von Menschen gemischter Rasse und die Ästhetik der Moderne. Zu seinen Werken gehören:  Plädoyer für eine mestizische Welt, 2005; Paul Celan. Paul Celan's Places of Displacement, 2010; The Condition of the Exile, 2015. Sein neues Werk : Droit d'exil. Pour une politisation de la question migratoire précédé de Covidexil, Paris, Editions MIX., 2021.

Dr. Abbed Kanoor Center for interdisciplinary and Intercultural Studies Universität Tübingen.

Abbed Kanoor hat an den Universitäten Paris IV La Sorbonne und Bergische Universität Wuppertal promoviert. Er arbeitet zur Zeit an der Universität Tübingen und in Collège international de philosophie (Paris). Seine Forschungsschwerpunkte sind deutsche und französische Phänomenologie, Philosophie der Interkulturalität, philosophische Anthropologie und Kulturphilosophie.

In seinem aktuellen Forschungsprojekt „Zwischen. Über die Erfahrung der interkulturellen Situation“ arbeitet er an einer phänomenologischen Herangehensweise an Interkulturalität und damit verbunden an einem philosophischen Annährungsversuch an die Frage nach der interkulturellen Identität.

Anmeldung: mediathek@icfa-tuebingen.de

Lien Webinar : https://us02web.zoom.us/j/81968561161?pwd=OUViL0RhVFZjcGVVY3JWdmNJOER4UT09
Kenncode : 732312

Frei | Zoom | Fr.

06. Mai 2021
19:00 - 20:00