Bild: Marie Preaud

Die Kultur- und Kreativwirtschaft

Um Anreize für grenzüberschreitendes Kulturunternehmertum zwischen Frankreich und Deutschland zu schaffen, haben das Ministerium für Kultur, das Ministerium für Europa und Auswärtige Angelegenheiten und das Institut français Deutschland beschlossen, ihre Fördermaßnahmen zugunsten der Kultur- und Kreativwirtschaft zu verstärken, um diese in ihrer Funktion als wichtiger Arbeitsmarkt und wertvolle Ressource für Know-how und Innovation zu unterstützen.

Die für 2020 vorgesehenen Fördermaßnahmen kommen mehrheitlich sowohl der Filmbranche und den neuen Medien als auch der Buchbranche zugute. Auf dem deutschen Buchmarkt ist Französisch, nach dem Englischen, die am zweithäufigsten übersetzte Sprache. In der Filmbranche bleibt Europa und vor allem Deutschland der wichtigste Exportmarkt für den französischen Film.

Das erste deutsch-französische Forum „Allez Hop! – Entreprendre dans la culture“ in Mannheim im Frühjahr 2019 war ein voller Erfolg und hat die Stärkung des deutsch-französischen Kulturaustauschs im Bereich des Unternehmertums ermöglicht, um den Marktzugang für junge französische und deutsche Unternehmen zu erleichtern. Vor diesem Hintergrund arbeitet das Institut français Deutschland mit seinen französischen und deutschen Partnern an einer zweiten Ausgabe des Forums, die dem Unternehmertum in der Kreativ- und Kulturwirtschaft gewidmet ist. Unser Ziel ist es, dass das Forum diesmal Ende des Jahres in der deutsch-französischen Grenzregion stattfinden kann.

Es gibt viele Definitionen der Kultur- und Kreativwirtschaft, und sie variieren je nach den Tätigkeitsbereichen, die ihr im Einzelnen zugerechnet werden. In den letzten Jahren war die Kultur- und Kreativwirtschaft tiefgreifenden Veränderungen in den Techniken der Produktion, Reproduktion, Verteilung und des Konsums von Kulturprodukten unterworfen.

Unter Verwendung des UNESCO-Framework für Kulturstatistik (2009) als Referenz schlagen wir jedoch folgende Definition vor: Kultur- und Kreativwirtschaft sind Tätigkeitsbereiche, deren Hauptzweck die Schaffung, Entwicklung, Produktion, Reproduktion, Förderung, Verbreitung oder Vermarktung von Gütern, Dienstleistungen und Aktivitäten mit kulturellem, künstlerischem und/oder hinsichtlich des Kulturerbes bedeutendem Inhalt ist.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft, was ist das?

Die Hauptmerkmale der Kultur- und Kreativwirtschaft sind also:

  • die Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Kultur;
  • Kreativität im Mittelpunkt der Aktivität;
  • Die künstlerischen, kulturellen oder von vergangener Kulturschöpfung inspirierten Inhalte;
  • die Produktion von Gütern und Dienstleistungen, die häufig durch geistiges Eigentum geschützt sind - Urheberrecht und verwandte Schutzrechte; und
  • die duale Natur: wirtschaftlich (Erzeugung von Reichtum und Beschäftigung) und kulturell (Erzeugung von Werten, Bedeutung und Identität);
  • Innovation und kreative Erneuerung;
  • Nachfrage und Verhaltensweisen der Öffentlichkeit, die schwer zu antizipieren sind;
  • ein Sektor, der durch die Nicht-Systematisierung des Lohnsystems als Mittel zur Vergütung von Arbeit und die Vorherrschaft von Kleinstunternehmen gekennzeichnet ist.

Die kulturellen Bereiche, die unter diese Definition fallen, sind:

  • Kultur- und Naturerbe
  • darstellende Künste und Festlichkeiten
  • bildende Kunst und Kunsthandwerk
  • Buch und Presse
  • audiovisuelle und interaktive Medien
  • Design und kreative Dienstleistungen

 

Das Projekt "Unternehmen dans la culture" - Pressemitteilung (22/07/2020)